Switzerland

Bei Spektakel gegen PSG: Haaland schneller als Kambundji

Er ist der Mann des Spiels: Erling Haaland. Mit zwei Toren schiesst er die Dortmunder am Dienstagabend gegen PSG praktisch im Alleingang zum Sieg. Haaland wartet aber nicht einfach vorne, bis ihm jemand den Ball auf den Fuss legt. Stattdessen ackert er fleissig hinten mit. Das zeigt eine Szene, die gerade viral geht. In der 14. Minute klärt der Stürmer eine gegnerische Ecke selber, legt den Sprint seines Lebens hin, um dann der erste Dortmunder am gegnerischen Strafraum zu sein.

Mit seinem Sprint lässt Haaland nicht nur die Gegenspieler alt aussehen. Berechnungen von «Sky Italia» ergeben: Der Norweger braucht für 60 Meter nur 6,64 Sekunden! Damit würde er sogar Leichtathletik-Star Mujinga Kambundji (27) davonziehen. Die Rekordzeit der Gewinnerin von WM-Bronze im 200-Meter-Sprint liegt bei knapp über sieben Sekunden. Dazu kommt, dass Haaland die Distanz auf dem Rasen zurücklegt – also nicht die besten Bedingungen hat. Auf den Schweizer Rekord der Männer fehlen ihm nur 0,04 Sekunden. Eine Naturgewalt eben, wie ihn der Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (60) nach dem Spiel nennt.

Jubel-Pose wirft Fragen auf

Nach 69 Minuten bringt Haaland Dortmund gegen PSG in Führung. Doch statt das Tor mit einem reisserischen Jubel zu feiern, gönnt sich der 19-Jährige einen Moment der Ruhe. Während die gelbe Wand tobt, die Fans sich in den Armen liegen und Bierbecher fliegen, setzt sich Haaland zu einer Yoga-Pose hin.

Favres Reaktion nach dem Spiel: «Ah, er macht den Yoga.» Die Pose ist nicht unbekannt, auch bei seinem früheren Verein Red Bull Salzburg jubelte Haaland auf diese Art und Weise. Doch was hat es damit auf sich?

Yoga als Rückzug

Auf Instagram postet Haaland ein Bild von seinem Jubel. Darunter verweist er auf die buddhistische Strömung Zen: «ZENsational win.» Ein religiöser Hintergrund ist zu Haaland aber nicht bekannt.

In der deutschen Tageszeitung «Welt» erklärt Kolumnistin Sarah Stork die Aktion folgendermassen: «Man kann es so interpretieren, dass er es macht, um sich bewusst zu werden, was da gerade passiert ist. Dass er diesen einen Moment ganz klar vor seinem inneren Auge aufpoppen lassen und eins mit sich sein will.» Eins mit sich sein, das kann er nur kurz. Dann überrennen ihn seine Mitspieler.

Stork vermutet: «Vielleicht ist Yoga sein Weg, sich selbst in diesem doch sehr oberflächlichen Geschäft nicht zu verlieren, sich zu erden und sich ein Schutzschild aufzubauen.» Das wäre durchaus plausibel, kein Fussballer steht derzeit mehr im Fokus als der Norweger. (yas)