Switzerland

Bei Espen steigt Spitzenkampf: YB hat einen Auswärtskomplex

Ein 0:2 in Luzern und ein 1:2 in Lugano mit dem Anschlusstreffer in der Nachspielzeit. Das ist die Bilanz des Meisters 2020 in fremden Stadien. Im Dezember 2019 wars nur wenig besser. 0:3 in Basel. Danach ein 1:1 in der Europa League bei den Glasgow Rangers und ein müdes 0:0 in Lugano. YB hat ein Auswärtsproblem!

Kein Sieg in den letzten fünf Spielen auf Naturrasen. Nur zwei Tore geschossen. Was ist da los? «Solche Phasen gibt es», sagt Lustenberger, die Statistik herunterspielend. «Wir schaffen es im Moment nicht, auswärts denselben Druck wie zu Hause zu erzeugen. Doch wir können uns nicht zu hundert Prozent auf Heimsiege verlassen, also braucht es ganz schnell auswärts wieder Punkte.»

Jetzt gehts in die Espen-Hochburg

Keinesfalls will Lustenberger das Wort «Auswärtskrise» in den Mund nehmen, jetzt, da es in den St. Galler Kybunpark geht, wo die Gastgeber in den letzten neun Heimspielen ein einziges Mal verloren haben. 1:3 gegen den FCZ am 14. Dezember.

YB war eben dasjenige Team, das zuvor als letztes in der Ostschweiz gewonnen hatte, 3:2 im August. Und gleich auch noch zu Hause drei Monate später, mit 4:3. «Wir haben bewiesen, dass wir gegen St. Gallen Tore schiessen können», sagt Lustenberger.

Die Spielweise der Mannen von Peter Zeidler erachtet der ehemalige Hertha-Berlin-Captain als speziell. «Sie spielen anders als alle anderen Mannschaften. Geradlinig, direkt, offensiv. Der Zehner ist kein Mittelfeldmann, sondern eine dritte Spitze.»

Egal, ob das Cedric Itten oder wie zuletzt Jérémy Guillemenot ist. «Da ist viel Power drin. Ein positives Gefühl zudem. Unberechenbarkeit auch, da alle Tore schiessen können. Aber», und da kommt die grosse Einschränkung des YB-Captains, «wir haben einiges entgegenzusetzen! Klar fehlten auswärts zuletzt die Tore. Aber ich mache mir keine Sorgen. Wir stehen gut da. Die anderen Teams gewinnen auch nicht immer. Wenn wir unsere Leistung bringen, können wir jeden schlagen. Das wissen wir ganz genau.»

Was ist von Neuzugang Elia zu erwarten?

Zumal Trainer Gerry Seoane in St. Gallen einige Optionen mehr hat als im Tessin. Liga-Topskorer Jean-Pierre Nsame und Nicolas Ngamaleu kehren von Gelbsperren zurück. Und Meschack Elia ist erstmals spielberechtigt.

Was kann der Kongolese? Lustenberger: «Er ist schnell, hat eine gute Dynamik. Ein anderes Profil als Hoarau und Nsame. Er hat das Roger-Assalé-Profil und wird eine tolle Verstärkung sein.» Seoane sagt zu Elia: «Wir freuen uns auf ihn. Er hat schon eine Weile mit uns trainiert und kennt dadurch seine Mitspieler und unsere Spielweise bereits.»

Seoane sieht keine grundsätzlichen Probleme: «Ich will keine Probleme herauskristallisieren, die vielleicht kurzfristig da sind. Es geht immer um die Entwicklung der Mannschaft. Auswärts konnten wir zuletzt Dominanz und Ballbesitz nicht in gute Torchancen ummünzen. Da passten die Laufwege in der Box nicht ganz. Der letzte Pass fehlte, was aber auch am Terrain lag. Das soll aber keine Ausrede sein. Denn wenn es nicht klappt mit einem Plan, müssen wir versuchen, das Spiel mit anderen Tugenden auf unsere Seite zu drehen.»

Gerade in St. Gallen kann das unter Umständen nötig sein. Und in Sachen Physis hat der Meister ja einiges zu bieten.

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