Switzerland

Beanstandung zu «Silvester Show» in höchstem Masse beleidigend: Rassistische Beschimpfungen zurückgewiesen

Schlagerstar Francine Jordi (42) und der deutsche TV-Moderator Jörg Pilawa (54) läute mit der grossen «Silvester Show» das Jahr aus. Es ist eine Koproduktion, die neben dem SRF auch auf dem ZDF und ORF gezeigt wurde. Einem TV-Zuschauer war dies ein Dorn im Auge, weshalb er sich auf ausfällige Art und Weise beim Ombudsmann beschwerte. So schreibt er unter anderem: «Das ist keine Schweizer Silvester-Sendung, geschweige von einer schweizerischen vielsprachigen Sendung zum Jahresende; ist nur ein primitiver deutsche germanischer Dreck-Schlager-Import. Billiger und primitiver geht es nicht mehr.»

Weiter meint der anonyme Beschwerdeführer, für solche Dinge Gebührengelder bezahlen zu müssen, sei «unter aller Sau». Deshalb werde er keine Abgaben an die Serafe mehr tätigen, selbst wenn man ihn betreiben würde. Seine Beschwerde beendet er mit einer rassistischen Bemerkung. «Wir sind eine viersprachige Schweiz und brauchen diese Nazi-Scheisse nicht, sorry.»

SRF wehrt sich

Der verantwortliche Produzent beim SRF, Rolf Tschäppät, geht erst ganz formell auf die Beschwerde ein und erklärt, dass es den Machern ein Anliegen sei, dass sich die Zuschauer aus allen drei Ländern vom Inhalt angesprochen fühlen. Neben Francine Jordi als Moderatorin seien auch Beatrice Egli (31) und Luca Hänni (25) aufgetreten. Zudem habe jedes Land zum Jahreswechsel ein lokales Feuerwerk gezeigt.

Dann geht Tschäppät jedoch auf die rassistischen Bemerkungen in der Beschwerde ein und weisst den Absender zurecht. Er meint unter anderem, dass es ihm schwerfalle auf die Beanstandung überhaupt einzugehen. «Formulierungen wie ‹primitiver deutsche germanischer Dreck-Schlager-Import›, ‹unter aller Sau› und ‹Nazi-Scheisse› sind mir im Zusammenhang mit einer Beanstandung noch nicht begegnet», schreibt der SRF-Mann. Er könne deshalb auch gar nicht nachvollziehen, in welchem Zusammenhang solche Beschreibungen auf diese Sendung zutreffen sollen.

Beanstandung abgewiesen

Auch bei Ombudsmann Roger Blum (75) sorgt die Beanstandung für Kopfschütteln. Er meint: «Es war sehr viel Schweiz in dieser Co-Produktion von ARD, ORF und SRF. Von einer rein deutschen Sendung kann überhaupt keine Rede sein.» Auch sehe er nicht ein, warum es in der Sendung um die Vielsprachigkeit der Schweiz gehen sollte. Sein Entschluss: «Die Sendung hat keine Regeln verletzt. Ich kann daher Ihre Beanstandung nicht unterstützen.»

Am Ende des Schreibens kritisiert Blum die «im hohen Masse beleidigende» Wortwahl in der Beschwerde. «Wer konkrete Personen als Nazis beschimpft, ohne belegen zu können, dass sie rechtsradikal denken, kann wegen Verleumdung vor den Richter gezogen werden», schreibt er unter anderem. Am Ende des Schreibens richtet sich Blum nochmals direkt an den Beschwerdeführer: «Ich wünsche Ihnen, dass Sie in Zukunft Ihre Worte überlegen, bevor Sie verbal zum Zweihänder greifen und wild um sich schlagen.» (bnr)