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Bayer-Legende Tranquillo Barnetta vor Europa-League-Kracher: Darum kann YB die Deutschen packen

Bayer-Legende Tranquillo Barnetta vor Europa-League-Kracher

Darum kann YB die Deutschen packen

Kein Schweizer kennt Bayer Leverkusen besser als Tranquillo Barnetta. Sieben Jahre lang spielte er für die Werkself. Jetzt hofft er, dass Leverkusen YB unterschätzen wird.

Klar, da ist diese liebevolle wie satirische markenrechtlich geschützte Abwandlung: Vizekusen. Zu verdanken hat das der Klub den drei Vizemeistertiteln unter Christoph Daum Ende Jahrhundert. Doch bevor Leverkusen erstmals Meister wird (was es nach wie vor noch nie geworden ist…), erreichte es das Champions-League-Endspiel. Und verlor es… Immerhin reichte es zu zwei Titeln: Den Uefacup holte man sich 1988 und den deutschen Pokal 1993.

«Ein grosser, aber familiärer Klub»

Dennoch: Das Image der grauen Maus konnte Leverkusen nie ganz ablegen. «Das ist ein bisschen überspitzt formuliert. Aber ein Exploit würde halt schon mal guttun, damit die Anerkennung grösser wird», sagt Tranquillo Barnetta (35), der als 19-Jähriger zur Werkself wechselte und dann sieben Saisons lang seine Knochen für Bayer hinhielt. «Es ist ein grosser Klub, der aber dennoch familiär ist. Es ist Bundesliga, weshalb es Druck gibt. Aber der ganz grosse Druck liegt in diesem Ballungszentrum mehr bei Köln und Gladbach. Selbst bei Zweitligist Düsseldorf ist er grösser. Weshalb der Klub super ist für Junge wie mich damals. Da kriegt man Zeit, sich zu entwickeln.» Auch medial. Barnetta erinnert sich, dass der 1. FC Köln auch dann das beherrschende Thema in den Zeitungen gewesen sei, als Leverkusen voll um den Titel gespielt habe. «Auf der einen Seite ist das positiv, um in Ruhe arbeiten zu können. Auf der anderen fehlt vielleicht genau dieses letzte bisschen Druck, damit es endlich mal reicht.» Auch «Quillo», der 229 mal für den Pillenklub auflief, wurde 2011 Vizemeister…

Kontakt zu Rolfes und Kiessling

Einen richtig guten Kumpel aus den sieben Jahren Leverkusen hat Barnetta nicht mehr. Aber Kontakt gehalten hat er mit seinen ehemaligen Mitspielern Simon Rolfes, der heute Sportchef ist, und 04-Legende und Ehrenspielführer Stefan Kiessling, der als Referent der Geschäftsführung amtet.

Statistik in Deutschland ist ernüchternd

Etwas Statistik: Bayer hat seine beiden Heimsiele gegen Schweizer Teams gewonnen: 1:0 gegen den FCZ 2018 und 3:1 gegen Sion 2006. YB seinerseits hat in Deutschland noch nie gewonnen. Immerhin gabs in sechs Spielen drei Remis. Allerdings alle in den 50er-Jahren. Der letzte Auftritt endete in einem Debakel: 1:6 bei Borussia Mönchengladbach 2016.

Aus Sicht von YB schwingt auch bei Barnetta Bedauern mit darüber, dass man das Resultat nicht noch besser gestalten konnte. «Denn so schwach wie in der ersten Halbzeit wird man Leverkusen nie mehr präsentiert erhalten.»

Wie soll denn der Masterplan von YB-Trainer Gerry Seoane für den Match in der BayArena aussehen? «YB muss versuchen, Leverkusen wieder unter Druck zu setzen. Denn die Mannen von Peter Bosz haben nicht mehr die Selbstsicherheit, die sie noch im Herbst hatten.»

Apropos Bosz: Der hat ja seine eigene Mannschaft nach dem 3:4 so was von versenkt und sich selber auch, weil er mit Nachdruck darauf hinwies, die Verantwortung zu ­tragen dafür, wie die Spieler ins Spiel stiegen. «Der war mächtig angefressen», sagt Barnetta. Der Insider glaubt auch zu wissen, warum: «Er wird die Mannschaft x-mal vor den Stärken von YB gewarnt haben. Aber bei den Spielern ist das nicht restlos angekommen. Das ist immer so in Deutschland. Die Deutschen nehmen die Schweizer im Fussball nach wie vor ein bisschen auf die leichte Schulter.»

Kommen Bosz’ Warnungen diesmal bei den Spielern an?

Auch im Rückspiel? «Ich will YB nicht klein machen. Kein bisschen! Die haben unglaubliche Qualitäten und schiessen auch praktisch immer ein Tor. Aber es wird eng werden», glaubt Barnetta. Nur wenn die Warnungen von Trainer Bosz, den Schweizer Meister keinesfalls zu unterschätzen, erneut nicht bei seinen Spielern ankämen, habe YB eine Chance. «Aber nach der leidvollen Erfahrung in Bern wird das wohl kaum mehr passieren», glaubt Barnetta. Dann wäre Bayer zu favorisieren.

So entstand die Bayer-Werkself

Bayer Leverkusen. Pillenklub. Werkself. Ein Retortenprodukt wie RB Leipzig? Was auf den ersten Blick schwer danach aussieht, ist es auf den zweiten nicht. Bayer ist ein Klub mit grosser Tradition und gleich alt wie zum Beispiel Schalke und der SC Freiburg. Er wird 1904 als Betriebssportverein unter dem schönen Namen «Turn- und Spielverein der Farbenfabriken vormals Friedrich Bayer & Co.» gegründet. Es waren Angestellte des 1863 gegründeten Bayer-Chemie- und Farbenkonzerns, die 1903 alles ins Rollen brachten.

Die beiden Angestellten Wilhelm Hauschild, langjähriger Gauturnwart des Wuppertaler Turngaues, und August Kuhlmann, Männerturnwart des Sonnborner Turnvereins, baten in einem offenen Brief die «Herren Betriebs- & Bureaubeamten» um Unterstützung zur Gründung eines werkseigenen Turnvereins. 170 Angestellte bekundeten Interesse am Beitritt. Die Chefs waren Feuer und Flamme für das Anliegen und bauten sogleich eine Turnhalle. D

och weil das Turnen exerziermässig, also militärisch, abgehalten wird, ist die Begeisterung bei den jungen Männern nicht überbordend. Und jetzt kommt der Ball ins Rollen. Fünf Initianten rufen 1907 mit elf Gleichgesinnten die Fussballriege des TuS 04 ins Leben. Sie erhalten das Okay der Turner unter der Bedingung, am wöchentlichen Turnabend mitzumachen. Der Fussballklub ist gegründet.

Leverkusen darf das Logo des Bayer-Konzerns noch heute als Klublogo haben und auch den Namen der Unternehmung im offiziellen Klubnamen. Obwohl das grundsätzlich seitens Uefa und DFB verboten ist. Leipzig heisst deshalb offiziell nicht Red Bull, sondern Rasenball… Bayer hingegen darf das, weil sowohl Name auch Logo bereits bestanden, als das Verbot in Kraft gesetzt wurde. Dasselbe gilt übrigens auch für VW und den 1945 gegründeten VfL Wolfsburg. (aku)

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