Switzerland

Bayer akzeptiert Glyphosat-Vergleich in den USA, Stimmung in Chinas Industrie erholt sich, Experten rechnen mit deutlichem Einbruch der Autonachfrage – und weitere Wirtschaftsmeldungen

(dpa/sda) Bayer hat sich in den USA auf einen Vergleich im Rechtsstreit um angeblich irreführende Werbung für Unkrautvernichter mit dem Wirkstoff Glyphosat geeinigt. Der deutsche Agrarchemie- und Pharmakonzern erklärte sich bereit, 39,6 Millionen Dollar (35,8 Mio Euro) zu zahlen, wie am Montag (Ortszeit) aus Gerichtsunterlagen hervorging. In dem Verfahren geht es darum, ob der 2018 von Bayer gekaufte US-Saatgutriese Monsanto Gesundheitsrisiken auf den Etiketten des Unkrautvernichters Roundup verschleiert hat. Die Einigung umfasst auch Änderungen bei der Beschriftung des Produkts.

Bayer akzeptiert im Rechtsstreit um angeblich irreführende Werbung für Glyphosat-Produkte in den USA einen Vergleich. Nun muss das Gericht entscheiden.

Bayer akzeptiert im Rechtsstreit um angeblich irreführende Werbung für Glyphosat-Produkte in den USA einen Vergleich. Nun muss das Gericht entscheiden. 

Wolfgang Rattay / Reuters

Bayer begrüsste den Vergleich in einer Stellungnahme als Lösung zur Zufriedenheit aller Parteien. Das zuständige Gericht im US-Bundesstaat Missouri muss dem Kompromiss aber noch zustimmen. Einen direkten Zusammenhang mit der US-Klagewelle gegen Bayer wegen angeblicher Krebsrisiken von Monsanto-Unkrautvernichtern wie Roundup gibt es indes nicht. Hier dauerten die Vergleichsverhandlungen weiter an, aber es gebe noch keine Gewissheit über eine Einigung, so der Konzern. Zuletzt war Bayer nach eigenen Angaben mit rund 48 600 US-Klagen wegen angeblicher Krebsgefahren konfrontiert.

Bei diesen Fällen hatte Bayer die ersten drei Gerichtsprozesse in den USA verloren und hohe Schadenersatzurteile kassiert. Allerdings will der Konzern die Schuldsprüche in Berufungsverfahren aufheben lassen. Hinter den Kulissen laufen schon länger Vergleichsgespräche unter der Aufsicht des US-Staranwalts Ken Feinberg. Analysten rechnen mit einer Einigung, die Bayer rund zehn Milliarden Dollar kosten könnte.

(sda/awp) Die Holdinggesellschaft Metall Zug hat Peter Spirig zum neuen Firmenchef der V-Zug ernannt. Metall Zug will den Haushaltgerätehersteller an die Börse bringen.

Nach einer kurzen Einarbeitungsphase werde Spirig im Herbst die CEO-Funktion von Heinz Buhofer übernehmen, welcher diese Aufgabe seit dem 1. September 2019 interimistisch ausübe, teilte Metall Zug am Dienstag mit.

Peter Spirig leitet seit dem 1. Mai 2016 die Division Türen beim Ostschweizer Bauzulieferer Arbonia. Davor, von 2009 bis 2016, war er für die Franke Gruppe in Asien tätig, zuerst als CEO der Franke Food Service Systems Asia und ab 2013 als CEO der Franke Asia.

Der Haushaltgeräte-Hersteller V-Zug soll nach den Plänen von Metall Zug im Juni 2020 als eigenständiges Unternehmen an die Schweizer Börse gebracht werden. Metall Zug wird aber nach der Abspaltung mit 30 Prozent an der V-Zug beteiligt bleiben

(dpa) Die Stimmung in Chinas Industrie hat sich nach einem Rekordeinbruch wegen des Coronavirus wieder aufgehellt. Wie das Pekinger Statistikamt am Dienstag mitteilte, machte der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) des herstellenden Gewerbes im März einen Sprung von 35,7 auf 52 Punkte. Vor dem Hintergrund des Coronavirus-Ausbruchs war die Stimmung in Chinas Industrie im Januar und Februar auf ein Rekordtief gesunken. Werte über der kritischen Grenze von 50 Punkten deuten auf eine positive Stimmung in der Wirtschaft hin, während darunter von einem Abschwung auszugehen ist.

Die strengen Massnahmen gegen die Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 hatten die chinesische Wirtschaft praktisch zum Stillstand gebracht. Langsam nehmen Fabriken und Unternehmen jedoch die Arbeit wieder auf. Bereits seit Wochen werden kaum noch inländische Neuinfektionen mehr mit dem Coronavirus gemeldet, sondern vor allem «importierte Fälle». Wie das Statistikamt weiter mitteilte, hätten mehr als die Hälfte der befragten Firmen wieder mit der Arbeit begonnen und die Produktion aufgenommen. Dies bedeute jedoch nicht, dass Chinas Wirtschaft schon wieder ein zur Normalität zurückgekehrt sei.

(dpa) Branchenkenner rechnen wegen der Coronavirus-Pandemie mit einem scharfen Einbruch der Autonachfrage in diesem Jahr. Für den Fall, dass der Ausbruch des Erregers in zwei bis drei Monaten erfolgreich eingedämmt werden könne und sich die Wirtschaft danach nur schrittweise erhole, gehen die Experten des Beratungsunternehmens McKinsey von jeweils mehr als fünf Millionen weniger produzierten Autos in Europa und den USA aus. Das wäre in der EU ein Minus von 30 Prozent zu den ursprünglichen Schätzungen, heisst es in einer Untersuchung des Unternehmens. In den USA belaufe sich der Rückgang auf 30 bis 35 Prozent.Dabei orientiert sich die Studie an dem Verlauf der Entwicklung in China, wo dank harter Regelungen der Ausbruch des Virus weitgehend begrenzt werden konnte. Entscheidender Faktor sei die Nachfrage der Autokäufer und nicht die Produktionspause der Autohersteller, die derzeit auch in Europa und in Nordamerika die Bänder angehalten haben, schreiben die McKinsey-Autoren. Kurzfristig müssten die Industriekonzerne vor allem die Liquidität im Auge behalten, sich langfristig aber auch auf geänderte Marktbedingungen einstellen.

Die Experten der Beratungsfirma Oliver Wyman erwarten, dass der Autoabsatz weltweit in diesem Jahr zwischen 17 und 29 Prozent niedriger liegen dürfte als in den ursprünglichen Schätzungen von 76 Millionen Fahrzeugen. China als grösster Automarkt der Welt dürfte mit einem Minus von rund 15 Prozent noch halbwegs glimpflich davonkommen, während in den USA und Europa die Verkäufe zwischen 18 und 36 Prozent niedriger liegen könnten. Ähnlich sieht es im Rest der Welt aus. Man befinde sich noch ein einem frühen Stadium der Krise und Prognosen seien mit hoher Unsicherheit versehen, hiess es von den Experten. Auch bei Oliver Wyman gehen die Fachleute nicht davon aus, dass es zu einer ruckartigen Erholung auf den Automobilmärkten kommt. Nach der Wirtschafts- und Finanzkrise von 2007 bis 2009 habe es mehrere Jahre gedauert, bis auf den Märkten wieder annähernd das Niveau von vor der Krise erreicht wurde. Zunächst gilt es den Experten zufolge unter anderem, das schwer unter Druck stehende Vertriebsnetz von Händlern und Grosskunden wieder zu stabilisieren.

Fluggesellschaften verlieren vorerst keine Landerechte, wenn sie Destinationen nicht mehr anfliegen: Flughafen Frankfurt.

Fluggesellschaften verlieren vorerst keine Landerechte, wenn sie Destinationen nicht mehr anfliegen: Flughafen Frankfurt. 

Thomas Lohnes / Getty Images

(awp/sda/dpa) Fluggesellschaften behalten ihre Start- und Landerechte auf europäischen Flughäfen auch ohne ständige Nutzung dieser Slots im laufenden Sommerflugplan. Eine entsprechende Regeländerung hat die Europäische Union nach Angaben des kroatischen EU-Ratsvorsitzes vom Montag beschlossen. Der Beschluss soll an diesem Dienstag im EU-Amtsblatt erscheinen und damit rechtskräftig werden.

Das Europäische Parlament hatte der Änderung bereits am Donnerstag zugestimmt. Die nötige Bestätigung der Mitgliedstaaten folgte am Montag, wie der Rat mitteilte.

Normalerweise müssen Fluggesellschaften mindestens 80 Prozent ihrer Slots nutzen, damit ihre Maschinen in der entsprechenden nächsten Saison wieder zu den gleichen Zeiten starten oder landen dürfen. Die Einschränkungen im Zuge der Coronavirus-Krise haben den Luftverkehr in Europa jedoch weitgehend zum Erliegen gebracht. Deshalb hat die EU die Regel vom 1. März bis zum 24. Oktober ausgesetzt. Für Flüge von und nach China, die zuerst von Ausfällen betroffen waren, gilt die Ausnahmeregelung zudem rückwirkend vom 23. Januar an.

Aldi und Lidl zahlen Prämien für die Corona-Mehrarbeit.

Aldi und Lidl zahlen Prämien für die Corona-Mehrarbeit. 

Martin Ruetschi / Keystone

(awp/sda) Leere Regale auffüllen, die Hygienebestimmungen umsetzen, Sonderschichten schieben und sich dem Risiko einer Ansteckung aussetzen: Das Personal von Lebensmittelhändlern ist in Zeiten von Corona besonders gefordert. Lidl Schweiz und Aldi Suisse danken es der Belegschaft nun mit einer Prämie etwa in Form von Gutscheinen.

So zahlt Lidl Schweiz den rund 3500 Filial- und Lagermitarbeitern Sonderprämien in Höhe von insgesamt über einer Million Franken. Dies sei als Dank für den «unermüdlichen Einsatz» zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit gedacht, heisst es in einer Mitteilung vom Montag.

Der erste Teil der Prämie im Wert von 350 Franken je Mitarbeiter sei in Form von Einkaufsgutscheinen bereits vor drei Wochen ausbezahlt worden, der Rest werde im April geleistet. Dabei lobt Lidl Schweiz-Chef Georg Kröll in der Mitteilung die hohe Einsatzbereitschaft und den Zusammenhalt des Personals.

Auch Aldi Suisse setzt auf Gutscheine: Mit einem Warengutschein von bis zu 400 Franken pro Person will der Discounter seinen über 2500 Verkaufs- und Logistikmitarbeitenden Danke sagen. Den Gesamtwert gab Aldi in der Mitteilung vom Montagnachmittag nicht an. Für den ausserordentlichen Einsatz wolle er sich «bei unseren Heldinnen und Helden» herzlich bedanken und seine Wertschätzung zum Ausdruck bringen, liess sich Landesgeschäftsführer Timo Schuster zitieren.

(awp/sda) Auch die Schweizer Getränkebranche kämpft derzeit stark mit der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen. In einer Umfrage der Arbeitsgemeinschaft der Schweizerischen Getränkebranche (ASG) geben die Unternehmen Umsatzeinbussen von gegen 50 Prozent an. 

Denn durch die Schliessung der Gastronomiebetriebe und Skigebiete, verwaiste Büros, aber auch die Absage von Events fallen viele Kunden aus. Auch Exporte sind aus den gleichen Gründen nicht mehr gefragt, wie die ASG am Montag mitteilte.

Die Umfrage, die gemäss den Angaben alle Landesteilte abdeckt, wurde zwischen dem 20. und 25. März durchgeführt, teilgenommen haben 236 Personen.

Mehr als zwei Drittel der Befragten gaben an, Liquiditätsprobleme zu haben. Deshalb sei die schnelle und unkomplizierte finanzielle Hilfe das richtige Mittel. Die Hälfte zeigt sich zufrieden mit den angekündigten Massnahmen des Bundes.

Dennoch dürfte die Krise tiefe Spuren hinterlassen: Die Getränkehändler und -produzenten rechnen in den kommenden Monaten noch mit höheren Umsatzeinbussen. Beide Branchen versuchten diese Probleme zum grössten Teil mit Kurzarbeit abzufedern, so die ASG. Sie kämen aber wohl nicht darum herum, Entlassungen aussprechen zu müssen.

Bereits jetzt bemerkten Getränkeproduzenten erste Lieferverzüge von Rohwaren, Materialien und Maschinen und aus dem Ausland, heisst es weiter. Zudem fehlten bei einigen die inländischen Arbeitskräfte. Dazu werde ein totaler Halt der Produktion aufgrund allfälliger Massnahmen des Bundes befürchtet.

Auch die Händler erwarten in den nächsten zwei Monaten Beschaffungsprobleme. Dazu kämen Probleme bei der Rücknahme der Getränke durch Produzenten und das Auslaufen der Lagerware.

Doch es gibt auch Positives zu berichten: So verspürten die Getränkehändler und -produzenten eine gesteigerte Solidarität innerhalb der Branche und der Schweizer Bevölkerung. Der Einkaufstourismus gehe zurück und die Regionalität werde gestärkt. So steige der Onlinehandel und Getränkeverkauf an Private an. Dieser stelle jedoch für viele Unternehmen nur einen Tropfen auf den heissen Stein dar.

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