Switzerland

Ballon Müller AG kämpft gegen die Flaute – mit Viren-Sujets

Die erste Corona-Welle traf die Ballon Müller AG mit voller Wucht. Die Auftragsbücher im Februar waren voll. Der Genfer Autosalon hätte stattfinden sollen; danach unzählige Events der Autohäuser schweizweit, an denen die Dekorateure des Herznacher Unternehmens mit den farbigen Ballons für optische Akzente gesorgt hätten.

Es kam anders: «Zwei, drei Wochen im Voraus wurde alles storniert», sagt Geschäftsinhaber Martin Müller, der zusammen mit seiner Partnerin Annemarie Wirth das Unternehmen führt. Der 57-Jährige verhehlt nicht, dass das Virus dieses Jahr etwa die Hälfte seines Umsatzes auffrisst. Hochzeits- und Firmenfeiern, Geburtstagsfeste, Messen und Events – das alles hat Corona ausgedünnt und damit auch die Nachfrage nach den bunten Stimmungsmachern.

Kurzarbeit hält Unternehmen über Wasser

Dazu kommen die Minderbestellungen der vielen Zwischenhändler. Zögerlich mit Aufträgen seien auch potenzielle Kunden, die im nächsten Jahr Hochzeit feiern. «Man merkt, dass die Verunsicherung gross ist», so Wirth.

«Gerade zu Beginn des Lockdowns hatten wir einige schlaflose Nächte», sagt Müller. Einen sechsstelligen Kredit musste er aufnehmen, um zwei Monatslöhne seiner Angestellten zu bezahlen. «Kaum war der Kredit aufgenommen, war das Geld auch schon wieder weg.» Zudem habe er Kurzarbeit beantragt, die derzeit noch läuft und die das Unternehmen über Wasser hält.

Lohnverzicht aus Solidarität und Verantwortung

Drei der 17 Mitarbeitenden musste er entlassen, um die notwendigen Personalkosten einzusparen, das Überleben der Firma zu sichern. «Diese Entscheidungen haben mir unglaublich wehgetan», sagt Müller. Im selben Mass wie seine Angestellten durch Kurzarbeit Lohnkürzungen erfahren, zahlt er sich als Geschäftsführer einen geringen Lohn aus. Dies tue er aus Solidarität gegenüber seinen Mitarbeitenden und aus seinem Verantwortungsgefühl gegenüber diesen.

Müller sieht seine Mitarbeiter als sein wichtiges Kapital an und windet ihnen ein Kränzchen. «Wir sind in dieser schwierigen Phase wie eine Familie zusammengewachsen.»

Will sich besser im Markt positionieren

Die Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitenden war denn auch einer der Gründe, weshalb er nie wirklich daran gedacht habe, das Geschäft aufzugeben. Ein zweiter sei in gewisser Weise die Historie des Unternehmens, der er sich verpflichtet fühlt. Müller ist mit Ballons aufgewachsen. «Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als Bub für meinen Vater Ballons sortiert habe», sagt er mit einem Schmunzeln.

Die Geschichte des Unternehmens, das rund 4500 Artikel vertreibt, reicht bis ins Jahr 1952 zurück, als es von James Meier als «Meier Reklame Service» gegründet wurde. Herbert Müller, Martin Müllers Vater, kaufte als angestellter Geschäftsführer seinem Arbeit­geber die Firma vor über 40 Jahren ab.

Müller sagt, er sei keiner, der mit seinem Schicksal hadert. «Bringt ja nichts, andere hats auch getroffen.» So will er denn die nächsten Monate auch nutzen, um sich besser im Markt zu positionieren. So wird gerade ein neuer Onlineshop entwickelt, der benutzerfreundlicher werden soll. Auf der Agenda steht auch der Wechsel zum papierlosen Büro. «Die Kunden erwarten, dass das, was sie heute bestellen, bereits morgen im Briefkasten ist. Da kostet es im Gegensatz zu digitalen Lösungen einfach zu viel Zeit, bis der Lieferschein vom Büro in der Spedition ist.»

Der Humor bleibt trotz aller Umstände

Dass Müller seinen Blick nach vorne richtet, wird auch deutlich, als er auf einen Samichlaus- Ballon zeigt, dem er eine Maske ins Gesicht geklebt hat. «Gut möglich, dass wir den Ballon so anbieten, wenn der Online-Shop steht», sagt Müller, dem es wichtig ist, auch bei widrigen Umständen nicht den Humor zu verlieren. Bereits in seinem Laden verkauft Müller Ballons mit Anti-­Corona-Sujets. Zwei Mal habe er diese schon nachbestellen müssen. «Die kommen bei den Kunden gut an», sagt er.

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