Switzerland

Badis: SP stand allein da

Ab 17 Uhr zum halben Preis in die städtischen Badis: Dieses Anliegen brachten die Stadtratsfraktionen SP und EVP/EDU/CVP sowie weitere Mitunterzeichnende in einem Postulat ins Parlament ein. Beim Gemeinderat kam die Idee nicht gut an. Dies vor allem aus finanziellen Gründen – gerade nach den Millioneninvestitionen für die Sanierung des Strandbads, die im Mai abgeschlossen wird.

«Wir tragen ein Anliegen aus der Bevölkerung in den Stadtrat», sagte derweil Katharina Ali-Oesch (SP). Der Preis schrecke viele davon ab, nach Feierabend noch kurz in den «Strämu» oder das Schwäbis-Bad zu gehen. Eine Gratiskultur wolle die SP nicht – «aber ein Feierabendabo würde ebenfalls sichere Einnahmen generieren». Im Gegensatz zum Gemeinderat gehe sie von einer Nachfrage dafür aus und wünsche sich einen Praxistest.

«Nicht zu Ende gedacht»

Im Stadtrat stand die SP allerdings allein auf weiter Flur. Selbst Manfred Locher von der EVP/EDU/CVP-Fraktion erklärte: «Wir liessen uns von den Argumenten des Gemeinderats überzeugen.» Er plädierte dafür, das Postulat zwar anzunehmen, aber zugleich als erfüllt abzuschreiben.

Sämt­liche anderen Votantinnen und Votanten sprachen sich dezidiert gegen das Postulat aus. Dieses sei «auf den ersten Blick sympathisch», fand Barbara Klossner (SVP) – aber der Wortlaut sei viel zu eng gefasst. Das führe zu einer Ungleichbehandlung der Badegäste.

Auch Susanna Ernst (FDP) wies auf andere Gruppen wie die Frühschwimmer hin, die «vielleicht auch ein solches Abo zugut hätten». Ihr Fazit: «Eine schöne Idee, aber nicht zu Ende gedacht.» Für Reto Kestenholz (Grüne) ist das Postulat «momentan nicht nötig», für Andreas Kübli (Fraktion GLP/BDP) ist es «der falsche Augenblick». Das Postulat wurde mit 26 zu 13 Stimmen abgelehnt.

Übrigens: Gegen die ange­kündigte Erhöhung der Eintrittspreise nach der «Strämu»-Sanierung hatte im Rat niemand etwas einzuwenden. Gemeinderat Roman Gimmel (SVP) stellte dazu klar: «Wir haben immer von ungefähr 10 Prozent geredet, nicht maximal 10 Prozent.»