Switzerland

Axa Schweiz verlässt den Versicherungsverband

Der Versicherungskonzern Axa Schweiz tritt definitiv auf Ende Jahr aus dem Schweizerischen Versicherungsverband aus. Vor allem dezidierte Positionen des Verbands zum EU-Rahmenvertrag haben zu schwer zu überbrückenden Differenzen geführt.

Man darf gespannt sein, wie Axa Schweiz sich in Zukunft in den politischen Dialog einbringen wird.

Man darf gespannt sein, wie Axa Schweiz sich in Zukunft in den politischen Dialog einbringen wird.

Melanie Duchene / Keystone

Axa Schweiz ist der grösste Allbranchenversicherer des Landes, und damit kommt dem Austritt aus dem Schweizerischen Versicherungsverband (SVV) auf Ende Jahr eine grosse Signalwirkung zu. Der SVV verliert als Stimme in Bern an Gewicht, was für die Branche nicht eben vorteilhaft ist. Die Tochtergesellschaft des französischen Versicherungskonzerns Axa hat am Freitag nochmals ihre Beweggründe für den folgenschweren Schritt in einer Pressemitteilung dargelegt. Es gehe in erster Linie um ein anderes Verständnis der politischen Einflussnahme, erklärte der Sprecher in Ergänzung dazu auf Anfrage.

Versöhnliche Töne des SVV-Direktors

Axa Schweiz wolle im politischen Dialog ihren eigenen unabhängigen Weg gehen und sich künftig auf sachliche Beiträge zu Kernthemen der Versicherungswirtschaft beschränken. Weiter heisst es, man verstehe sich als «politisch neutral» und sei auch in Zukunft bestrebt, mit dem SVV wie auch mit den Mitgliedgesellschaften ein einvernehmliches Verhältnis zu pflegen. Wer zwischen den Zeilen liest, kann folgern, dass Axa Schweiz mit den bisweilen dezidierten SVV-Positionen nicht mehr einverstanden war.

Offenbar haben auch bilaterale Gespräche des Konzernchefs von Axa Schweiz, Fabrizio Petrillo, mit dem SVV-Direktor Thomas Helbling und allen Mitgliedern des SVV-Vorstands keine Annäherung gebracht. Es war im Frühsommer öffentlich geworden, dass Axa Schweiz die Mitgliedschaft nach langen Jahren aufkündigen wollte.

Helbling bedauert den Axa-Entscheid, und er wertet die vom Versicherungskonzern am Freitag versandte Mitteilung zum Austritt als adäquat, ausgewogen und fair. Das Tuch sei nicht zerschnitten, und man begegne sich im Leben bekanntlich zweimal. Auch der SVV verstehe sich als «politisch neutral», doch nehme der Verband auch über enge versicherungswirtschaftliche Themen wie das Versicherungsaufsichtsgesetz oder den BVG-Mindestzins hinaus Stellung.

Für die Jahre 2020 bis 2024 wurde eine Strategie des Inhalts festgezurrt. Das heisse, dass der SVV sich mit branchenspezifischem Know-how noch mehr als bisher in die gesellschaftspolitische Diskussion einbringen wolle. Insofern wolle man als tragende Säule des Schweizer Finanzplatzes auch volkswirtschaftliche Verantwortung übernehmen. Auch eine Konzernverantwortungsinitiative lässt mit anderen Worten den SVV nicht kalt, was mit Blick auf drohende Nachteile für Schweizer Versicherungskonzerne wie dem Verlust an Wettbewerbskraft auch nicht überrascht.

Das Budget 2021 ist nicht gefährdet

Im Konkreten hat der Vorstand gemäss den Ausführungen Helblings Anfang 2019 gemeinsam eine Position zum EU-Rahmenabkommen verabschiedet mit der Forderung, dass daran noch Korrekturen gemacht würden. In diesen Belangen hatte der SVV-Präsident Rolf Dörig bekanntlich auch zum Missfallen der Economiesuisse Klartext gesprochen.

Auf die Frage, ob infolge des Axa-Austritts der SVV sein Budget kürzen müsse, sagte Helbling, für das kommende Jahr gebe es keine unmittelbaren Auswirkungen. Der Verband, der sein Budget wie auch die einzelnen Mitgliederbeiträge nicht offenlegt, kann nach den Worten Helblings auch auf geäufnete Verbandsmittel zurückgreifen. Er werde nicht Hals über Kopf Sparmassnahmen ergreifen.

Raum für pragmatisches Arbeiten

Man darf gespannt sein, wie Axa Schweiz sich in Zukunft in den politischen Dialog einbringen wird, auch weil sie in alt-neue Geschäftsfelder wie die (politisch nie neutrale) Gesundheitsvorsorge vorgestossen ist. Es solle eine stärkere Fokussierung auf Kernthemen der Versicherungswirtschaft geben, sagte dazu der Firmensprecher. Zu einer BVG-Reform würde somit klar Stellung bezogen, wogegen sich das Unternehmen zu branchenfremden Fragen wie Flugticketabgaben nicht äussern würde.

Im Weiteren wird es darum gehen, in der Zukunft das abgegebene Versprechen zur Förderung eines einvernehmlichen Verhältnisses mit dem SVV und den Mitgliedgesellschaften einzulösen. Diverse Dienstleistungen der Branche, wie etwa die Lieferung von Daten für Unfallstatistiken, dienen einem übergeordneten Zweck. Vielleicht führt pragmatische Zusammenarbeit ausserhalb von Verbandsstrukturen dereinst wieder zu einer Annäherung, was im Interesse aller beteiligter Parteien sein müsste.

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