Switzerland

Australien verlangt Aufklärung über die herabwürdigende Behandlung von Frauen am Flughafen von Katar

Die Frauen mussten sich in einer Ambulanz auf dem Rollfeld einer gynäkologischen Untersuchung unterziehen.

Der Vorfall ereignete sich auf dem Flughafen von Doha in Katar.

Der Vorfall ereignete sich auf dem Flughafen von Doha in Katar.

Rüdiger Wölk / Imago

Zehntausende Australier warten darauf, endlich wieder in ihre Heimat fliegen zu können. Es gibt nur wenige Flüge nach Australien, das sich im Kampf gegen das Coronavirus abgeriegelt hat. Doch für 13 Australierinnen, die einen Qatar-Airlines-Flug über Doha ergattert hatten, wurde der Flug nach Hause zum Albtraum.

Die Frauen hatten am 2. Oktober am Flughafen der Hauptstadt Katars das Flugzeug gewechselt. Der Flug QR908 war fertig zum Abflug nach Sydney – wegen der australischen Covid-19-Beschränkungen mit nur 42 Passagieren an Bord. Doch plötzlich sei der ganze Flughafen stillgestanden, berichtet der deutsch-australische Rechtsanwalt Wolfgang Babeck. Die Passagiere warteten fast drei Stunden auf den Abflug. Dann kam eine Durchsage: Alle Frauen sollten bitte das Flugzeug verlassen. Eine Erklärung gab es nicht. An Bord waren 13 Australierinnen und Frauen aus Grossbritannien, Russland, der Türkei, Frankreich und der Schweiz.

Keine der Frauen wusste, warum sie das Flugzeug verlassen sollten. Die 40-jährige Rachel, die ihren wirklichen Namen nicht nennen mochte, berichtete im australischen Radiosender ABC, mehrere Wachleute hätten die Frauen vom Flugzeug zu einem Aufzug begleitet. «Als wir feststellten, dass man uns vom Flugzeug wegführte, wurden wir alle sehr unruhig. Niemand sagte uns, was los war. Eine Mutter, die ihre schlafenden Kinder im Flugzeug zurücklassen musste, geriet in Panik.»

Schwere Strafen für unverheiratete Mütter

Die Frauen wurden auf einen Teil des Rollfelds geführt, auf dem zwei Ambulanzen standen. Rachel wurde in eine Ambulanz geleitet, hinter ihr wurde das Fahrzeug verschlossen. «Da stand eine Krankenschwester vor mir, mit Maske und Handschuhen, und sagte mir, ich müsste mich ausziehen und mich gynäkologisch untersuchen lassen. Ich sagte ‹nein, nein›, aber sie bestand darauf, dass ich mich untersuchen lassen müsste.» Die Krankenschwester rief ihre Kollegen zu Hilfe, die Rachel erklärten, dass man sie ohne die Untersuchung nicht wieder in das Flugzeug lassen werde. Rachel rannte zu sechs weiteren Frauen, die in einer Gruppe zusammenstanden. «Sie waren alle kreidebleich und verängstigt.» Auch sie hatten sich der invasiven Untersuchung unterziehen müssen. Eine von ihnen hatte erfahren, warum die katarischen Behörden die Untersuchung verlangten: In einem Waschraum des Flughafens war ein zu früh geborenes Baby entdeckt worden. Die Behörden suchten die Mutter, die sie irgendwo auf dem Flughafen vermuteten. Katar praktiziert eine strenge Form des Islams. Danach werden Frauen, die unverheiratet Kinder bekommen, schwer bestraft.

Bei der Rückkehr ins Flugzeug waren einige Frauen völlig aufgelöst, zitterten und weinten. Der Rechtsanwalt Babeck war entsetzt, als er erfuhr, was ihnen passiert war. «Meiner Meinung nach handelt es sich bei der Behandlung der Frauen um Menschenrechtsverletzungen, zumindest hat man sie menschenunwürdig und respektlos behandelt.» Es ist unklar, ob sich auch die Passagierinnen weiterer Flugzeuge auf dem Flughafen von Doha untersuchen lassen mussten.

Katars Regierung soll Stellung nehmen

Die meisten Frauen waren nach der erzwungenen Untersuchung zu traumatisiert, um darüber zu sprechen. Der Vorfall auf dem Flughafen von Doha wurde der australischen Bundespolizei gemeldet, doch die Öffentlichkeit erfuhr erst davon, als die Frauen ihre zweiwöchige Quarantänezeit überstanden hatten und nach Hause konnten. Die australische Aussenministerin Marise Payne sagte daraufhin im Fernsehen, die Polizei untersuche den extrem beunruhigenden und abstossenden Vorfall in Doha und habe die dortigen Behörden aufgefordert, Australien genau darüber zu informieren. Die Behandlung der Frauen sei völlig inakzeptabel. Sie seien während ihrer Quarantäne nach dem Vorfall medizinisch und psychologisch betreut worden.

Aus Katar gibt es noch keine offizielle Reaktion. Die Flughafenbehörden in Doha meldeten jedoch, das gefundene Baby sei gesund und werde gut versorgt. Die Ärzte hätten sich nach dem Fund des Kindes Sorgen um den Zustand der Mutter gemacht. Daher habe man Personen, die sich in dem betreffenden Flughafenbereich befanden, um Mithilfe bei der Suche nach der Frau gebeten.

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