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Auch Fribourg siegt: SCB erledigt Pflicht im Strichkampf

Das Spiel: Anfangs wollen die Löwen nur ein bisschen spielen. So etwas gibt es auf der anderen Seite bei den Leventinern nicht. Unter Luca Cereda ist ein Mangel in Sachen Einstellung kaum mehr denkbar. Arbeitsethos und Leidenschaft sind den Spielern ins Blut übergegangen. Ambri stemmt sich gegen die verspielten Zürcher und kontert brandgefährlich. Die erste Topchance vergibt Brian Flynn in Unterzahl noch, als er ganz allein auf Goalie Lukas Flüeler zuziehen kann. Besser macht es dann Captain Elia Bianchi. Er bringt Ambri in Führung.

Die Biancoblù werden doch wohl nicht doch noch das Playoff-Wunder schaffen? Nein, kaum. Die Lions schrauben das Tempo hoch, kommen zu zahlreichen Chancen und feuern im Startdrittel 20 Schüsse auf das Tor von Benjamin Conz ab.

Danach bekommt Ambri das Spiel aber in Griff. Nun sind es die Tessiner, welche ihre Chancen zum 2:0 liegen lassen. Das rächt sich: Kurz vor der zweiten Pause trifft Fredrik Pettersson in Überzahl zum Ausgleich. Und fünf Minuten vor Schluss entscheidet Marco Pedretti mit einem Kontertor das Spiel. Ambri stirbt den Heldentod und muss sich höchstens vorwerfen lassen, die Chancen zum 2:0 nicht genutzt zu haben. (sr)

Der Beste: Lukas Flüeler (ZSC). Auch in seinem zweiten Einsatz nach seiner Verletzung überzeugt der Zürcher Keeper. Seine Paraden verhindern eine 2-Tore-Führung der Gäste.

Die Pflaume: Michael Fora (Ambri). Der Abwehrchef der Biancoblù leistet sich die Strafe, welche den ZSC Lions den Ausgleich ermöglich. Er ist dabei noch gut bedient, dass er für seine Crosschecks nach Spielunterbruch gegen Chris Baltisberger nicht eine weitere Strafe kassiert.

Tore: 8. Bianchi (Goi, Trisconi) 0:1. 40. Pettersson (Roe, Noreau/PP) 1:1. 56. Pedretti (Marti) 2:1. 59. Noreau 3:1 (ins leere Tor).

Es gibt dankbarere Aufgaben, als mitten in der Krise vor 15 735 Fans in der heimischen Arena gegen den Tabellenletzten antreten zu müssen. Wenn alle drei Punkte erwarten. Wenn Panik herrscht und die Hände zittern. So wie beim SCB. 40 Minuten lang ist es eine triste Angelegenheit. Die Stimmung in der PostFinance-Arena kommt einem Gottesdienst gleich. Ein Vorgeschmack auf das, was den Meister in den nächsten Wochen erwarten könnte, sollte er die Playoffs verpassen. Bern geht zwar in Führung, kommt im zweiten Drittel aber nicht mehr vom Fleck und liegt zur zweiten Pause 1:2 zurück. «Wir haben einfach aufgehört zu spielen», ärgert sich Trainer Hans Kossmann.

«Die Mannschaft hat mich in der zweiten Pause nicht von meiner schönsten Seite gesehen.» Nach Kossmanns Donnerwetter agiert Bern wie verwandelt. Calle Andersson, der im ersten Abschnitt beim Versuch, aufs Tor zu schiessen, noch auf dem Hintern landet, sorgt in Überzahl für den Ausgleich. Via Teamkollege Vincent Praplan landet die Scheibe im Tor. Allererste Sahne ist, was Tristan Scherwey zeigt. Das Energiebündel trifft erst zum 3:2 und stürmt später in Unterzahl wie von einer Tarantel gestochen Richtung Lakers-Keeper Melvin Nyffeler. Scherwey scheitert zwar.

Doch dann kommt Jan Mursak herangebraust, und macht mit dem 5:2 den Deckel drauf. Der SCB kann nun am Samstag mit einem Sieg in Lugano mit den achtplatzierten Tessinern gleichziehen. Gute Nachrichten auch neben dem Eis. Sportchef Alex Chatelain ist es gelungen, mit Goalie Tomi Karhunen um ein Jahr zu verlängern. Der nicht mehr erwünschte Daniele Grassi kehrt derweil im Sommer nach Ambri zurück.

Der Beste – Calle Andersson (Bern): Der Schwede, der auch das 1:0 erzielt, bereitet das 2:2 vor – und leitet so die Wende ein.

Die Pflaume – Corsin Casutt (SCRJ): Hilft dem SCB mit seiner Strafe auf die Sprünge. (A.R.)

Tore: 18. Andersson (Mursak, Arcobello) 1:0. 23. Mosimann 1:1. 35. Loosli (Randegger) 1:2. 43. Praplan (Andersson, Scherwey/PP) 2:2. 49. Scherwey (Rüfenacht) 3:2. 53. Moser (Mursak, Arcobello/PP) 4:2. 55. Mursak (SH!) 5:2.

Die Hoffnungen der SCL Tigers auf eine erneute Playoff-Teilnahme beschränken sich nach der Niederlage in Davos auf ein paar abenteuerliche Rechenspiele.

Die Emmentaler scheitern an ihrer eigenen Schwäche in Überzahl und weil ihre nominell besten Spieler an diesem Abend nicht die besten Spieler sind. Harri Pesonen wirkt ausgelaugt, spielt mit viel Risiko, etwas gedankenlos und nonchalant. Der finnische Weltmeister stellt mit einer unnötigen Strafe im Chris-DiDomenico-Stil am Ende des Startdrittels die Weichen für die Niederlage. Als er auf der Strafbank sitzt, gleicht der HCD die Partie aus.

Kaum steht er wieder auf dem Eis, entwischt ihm der HCD-KV-Lehrling Oliver Heinen (19), der mit einem wunderbaren Schlenzer unter die Querlatte seinen ersten Treffer in der National League erzielen kann. Der bereits erwähnte Chris DiDomenico ist zwar wie immer sehr bemüht, kommt aber mit der heftigen Störarbeit der Davoser Verteidiger nicht zurecht. Wie fast schon üblich leistet er sich nach einem harmlosen Zweikampf mit HCD-Verteidiger Davyd Barandun ein Revanchefoul.

Der Kanadier kommt im Gegensatz zu Pesonen ungeschoren davon: Als er draussen sitzt, verkürzt Elo mit einem Tor in Unterzahl (ein HCD-Blackout geht der Szene voraus) auf 2:3. Die Hoffnungen auf Punkte erhalten aber schon bald den nächsten Dämpfer, weil man sich auch in der Abwehr ungeschickt anstellt. Die Bündner erobern sich vor dem 4:2 den Puck hinter dem Tor der Emmentaler und setzen dann mit dem Messer zwischen den Zähnen nach.

Die angriffslustige Sturmlinie mit Herzog, Egli und Kessler sorgt mit Esprit und Verve für zwei Tore, der Schuss in den leeren Kasten ist für Herzog dann das schöne Schlussbouquet nach einer herausraugenden Leistung. Die SCL Tigers können sich vor dem Heimspiel gegen Fribourg mit Rechenspielen aller Art beschäftigen. Spielen sie so unkonzentriert und zaghaft wie in Davos, reicht es auf keinen Fall für Punkte. Die brauchen sie aber unbedingt: Nach dem Strichkampf beginnt die Zwischenrunde und damit irgendwie auch der Kampf gegen den Abstieg.

Der Beste: Herzog (Davos). Raffiniert, mutig und fleissig. Dominiert mit seinen Linienkollegen Egli und Kessler den Raum vor dem Tigers-Kasten.

Die Pflaume: Pesonen (Tigers). Fehlerhaft, undiszipliniert. Wirkt ausgelaugt.

Tore: 7. Elo (Maxwell) 0:1. 22. Rantakari (Nygren, Mankinen/PP) 1:1. 22. Heinen (Kessler) 2:1. 45. Egli (Herzog, Kessler) 3:1. 53. Elo (Maxwell/SH) 3:2. 58. Egli (Kessler, Herzog) 4:2. 60. Herzog 5:2 (ins leere Tor).

6817 Fans

Das Spiel: 54 Minuten sind gespielt, da packt Tanner Richard den Holzfäller aus: Von Zugs Albrecht bedrängt, weiss sich der Genfer nur noch mit einem Check gegen den Kopf zu helfen. Albrecht bleibt liegen, doch die Sorgen um eine Verletzung sind unbegründet. Schon kurz nach der Aktion steht der Zuger wieder auf den Beinen. Richard hingegen wandert mit einer 2+10-Minuten-Strafe in die Kühlbox. Und nur Sekunden später kriegen sich Maurer und Martinsen in die Finger. Nach dem kleinen Intermezzo blutet Martinsen aus der Nase, muss sogar auf der Strafbank das Trikot tauschen.

Dabei ist das Spiel bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich äusserst flüssig. Attraktives Eishockey, ein munterer Schlagabtausch und hochkarätige Torchancen: Die Partie enttäuscht nicht. Feiern dürfen am Ende die Genfer, vor allem dank einem starken ersten Drittel.

Das Duell zwischen den bereits als Playoff-Teilnehmer feststehenden Teams ist über weite Strecken ausgeglichen, Tore fallen vorerst aber nur auf einer Seite. Schon nach 20 Minuten führt Servette mit 2:0. Besonders freuen darf sich Stéphane Patry, der nach fünf Minuten seinen allerersten Treffer in der National League erzielt.

Im Mittelabschnitt ist es dann der EVZ, der auf die Tube drückt. Treffer wollen allerdings keine fallen – auch, weil die Zuger Pech haben. Gleich zwei Mal innert kürzester Zeit treffen die Gäste nur die Torumrandung. Daneben fehlt allerdings auch lange Zeit die Effizienz. Immer wieder warten die Zuger vor dem gegnerischen Kasten einen entscheidenden Moment zu lange. Es macht beinahe den Eindruck, als fehle der Mut zum Abschluss. Selbst die Überzahlsituationen bleiben ungenutzt.

Erst Topskorer Hofmann erlöst sein Team, lässt nochmals Hoffnung aufkommen. Vergebens. Douays Treffer in den leeren Kasten sorgt für die endgültige Entscheidung.

Der Beste – Winnik (Servette). Einen Treffer vorbereitet, einen selbst gemacht. Auch sonst ist der Topskorer überall auf dem Eis anzutreffen.

Die Pflaume – Schlumpf (EVZ). Steht bei zwei brandgefährlichen Servette-Angriffen völlig im Schilf. Ausserdem ist er bei allen drei Gegentreffern auf dem Eis, wenn auch kaum zu sehen. Kein guter Abend für den Verteidiger.

Tore – 5. Patry (Winnik) 1:0. 17. Winnik (Miranda) 2:0. 51. Hofmann (Kovar) 2:1. 59. Douay ( Wick/leeres Tor) 3:1.

Das Spiel - Biel gewinnt das direkte Duell gegen Tabellennachbar Lausanne auswärts und festigt damit seinen fünften Tabellenrang. Die Seeländer können hinten auf einen Jonas Hiller in Hochform zählen und vorne geduldig auf die zu zahlreichen Abwehrschnitzer in der Lausanner Abwehr warten. Doch den ersten groben Fehler macht ein Bieler Abwehrspieler. Anton Gustafsson « offeriert » mit einem Strauchler an der blauen Linie die Scheibe Joël Vermin, der die Lausanner in Führung schiessen kann. Zu Beginn des mittleren Abschnittes rettet Hiller sein Team mit einigen sicheren Interventionen, während der grössten Druckphase der Löwen, vor grösserem Schaden. Die resultatsmässige Wende löst Luca Cunti aus, der das Verteidiger-Duo Lindbohm/Frick als Slalomstangen benützt und ausgleicht. Kurios die Entstehung der nächsten beiden Bieler-Tore. Mike Künzle und Joël Genazzi kommen von der Strafbank zurück, Künzle bekommt die Scheibe und zieht alleine auf Tobias Stephan, der kapitulieren muss. Noch kurioser ist die Entstehung des dritten Bieler Treffers zu Beginn des dritten Drittel. Heldner bleibt am Schlittschuh eines Linesmen hängen, verliert die Scheibe an Rajala, dieser sieht den besser platzierten Pouliot und der Puck ist drin ! Lausannes unerklärbare Heimschwäche nimmt seinen ungehemmten Fortlauf. Die treuen und zahlreich erschienenen Fans werden ein weiteres Mal von Ihren Idolen arg enttäuscht. Und die Lausanner spüren den kalten Atem der Verfolger im Nacken und müssen weiterhin um den Einzug in die Playoffs bangen. Fünf Niederlagen in den letzten 6 Spielen bringen das Peltonen-Team immer näher an den Strich.

Das Debüt - Alexander Yakovenko gibt einen Tag vor seinem 22. Geburtstag in der Bieler Abwehr sein Debüt und ersetzt den nach Davos zurückgekehrten Rautakari. Der Russe spielte in der finnischen Liga bei Jukurit und war dort Teamkollege von Vadim Pereskokov (26), der heute abend im Leibchen des Gegners sein drittes NL-Spiel bestreitet. Beide Russen zeichnen sich mit je einem Assist aus.

Der Beste: Hiller (Biel) in heissen Phasen der coole Retter.

Die Pflaume: Frick (Lausanne) was für eine Fehlerquote !

Die Tore: 18. Vermin 1:0. 25. Cunti (Yakovenko) 1:1. 36. Künzle 1:2. 41. Pouliot (Rajala, Forster) 1:3. 49. Vermin (Pereskokov) 2:3.