Switzerland

Arbeitgeberpräsident: «In gut einer Woche könnten wir einen Ausstiegsplan haben»

Die Entscheidung darüber, wann die Einschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens in der Schweiz gelockert werden sollen, liegt laut Valentin Vogt jedoch «einzig und allein beim Bundesrat». Der Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbands verwahrt sich damit in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF gegen Forderungen namentlich des Schweizerischen Gewerbeverbands und aus SVP-Kreisen. Diese fordern seit Tagen nach dem 19. April sofortige Lockerungen. Der Bundesrat hat bis jetzt nur angedeutet, dass das Leben nach diesem Datum nicht einfach wieder normal weitergehen könne. Einen Termin für einen Exitplan nannte er bislang keinen, nur dass es selbstverständlich Gespräche dazu gebe.

Dennoch nannte Vogt im Interview als erster Verbandsvertreter nun einen fixen Zeitpunkt für einen Exitplan. «In gut einer Woche, gehe ich davon aus, dass wir einen zwischen Behörden und Wirtschaft abgestimmten Plan haben könnten.» Wie Vogt vielsagend ausführte, laufen Vorbereitungen dazu seit Längerem. «Das muss man jedoch nicht in der Öffentlichkeit machen, sondern hinter verschlossenen Türen.» Erst wenn ein Ausstiegsplan aus der Coronapandemie stehe, könnten die Behörden nach ihrem Dafürhalten damit beginnen, die Massnahmen zu lockern.

Zukunft hängt auch von Erholung des Ausland ab

Denn Fakt sei nun Mal: «Niemand weiss, wie es weitergeht», sagte Vogt. Doch der Arbeitgeberpräsident sieht die Schweiz «auf einem guten Weg». Oberstes Ziel müsse jedoch sein, eine zweite Ansteckungswelle mit erneuten wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu verhindern. Es gehe also – nicht wie «immer wieder suggeriert» werde – um die Frage Gesundheit oder Wirtschaft. «Beides ist wichtig», betonte der Arbeitgeberpräsident.

Zu seinem Ausblick für die Zeit nach der Coronakrise befragt, erklärte Valentin Vogt: «Einerseits werden wir sicher die Widerstandskraft der kleinen und mittleren Unternehmen wieder stärken müssen.» Andererseits gelte es, nach der Staatsintervention wieder auf die Stärken der Schweiz zu setzen: Innovation und Effizienz. Und letztlich dürfe nicht vergessen werden, dass ein Grossteil der wirtschaftlichen Zukunft von der Erholung der Wirtschaft im Ausland abhänge. «Schliesslich erwirtschaften wir jeden zweiten Franken mit Exporten», mahnte Vogt.

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