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Apple-Sicherheitschef wegen Bestechungsvorwürfen angeklagt, grosses Interesse an Lufthansa-Anleihe trotz Junkstatus – und weitere Wirtschaftsmeldungen

(afp) iPads gegen Waffenlizenzen: Der Sicherheitschef des amerikanischen Technologiekonzerns Apple ist wegen Bestechungsvorwürfen angeklagt worden. Thomas Moyer soll versucht haben, mit 200 Tablet-Computern an Waffenlizenzen für vier Apple-Mitarbeiter zu gelangen.

Dies erklärte die Staatsanwaltschaft des kalifornischen Verwaltungsbezirks Santa Clara am Dienstag (Ortszeit). In dem Fall wurden neben Moyer auch zwei Polizisten angeklagt.

Der Sicherheitschef von Apple soll 200 iPads gegen Waffenlizenzen getauscht haben.

Der Sicherheitschef von Apple soll 200 iPads gegen Waffenlizenzen getauscht haben.

Andrew Kelly / Reuters

Die beiden Polizisten hätten Moyer zu dem Versprechen gedrängt, dem Büro des Sheriffs 200 iPads im Wert von zusammen fast 70 000 Dollar zu spenden, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Im Gegenzug wollten sie demnach zurückgehaltene Lizenzen für vier Apple-Mitarbeiter zum verborgenen Tragen von Schusswaffen ausstellen. Das Geschäfte wurde laut der Anklage im August 2019 in letzter Minute abgeblasen, nachdem Moyer und einer der Polizisten von einem Durchsuchungsbeschluss für das Büro des Sheriffs erfuhren.

In der Anklage werden Moyer Bestechung und den beiden Polizisten Bestechlichkeit vorgeworfen. Ein Gerichtstermin wurde für den 11. Januar angesetzt.

Moyers Anwalt wies die Vorwürfe gegen seinen Mandanten zurück. «Tom Moyer ist unschuldig.» Zwar habe Apple angeboten, iPads zu spenden. Und Apple habe sich um Waffenlizenzen beworben. «Aber diese beiden Dinge stehen in keinem Zusammenhang.» Es habe sich nicht um ein Tauschgeschäft gehandelt. Moyer sei vielmehr «Kollateralschaden» in einem «langen, bitteren und sehr öffentlich geführten Streit» zwischen dem Sheriff von Santa Clara und dem Bezirksstaatsanwalt geworden.

In einer getrennten Anklage wurden ausserdem einer der Polizisten und ein Versicherungsmakler angeklagt. Hier soll es ebenfalls um eine Waffenlizenz gegangen sein – und um VIP-Tickets für ein Eishockey-Spiel im Wert von 6000 Dollar.

(Bloomberg) Die erste syndizierte Anleihe, die die Deutsche Lufthansa AG mit einem Bonitätsstatus nur noch im Ramschbereich begibt, ist für den Konzern zum Erfolg geworden.

Dem informierten Kreisen zufolge ursprünglich angepeilten Volumen von mindestens 500 Millionen Euro stand ein solches Investoreninteresse gegenüber, dass die Fluggesellschaft die Emission auf eine Milliarde Euro verdoppelt hat. Das Ordervolumen lag indessen bei rund 4 Milliarden Euro.

Auch bei der Preissetzung profitierte die Lufthansa von der regen Nachfrage der Anleger: Die Bonds werden mit 3% pro Jahr verzinst. Die Laufzeit endet im Mai 2026.

Die Lufthansa teilte am Dienstagabend zudem mit, das erste Kündigungsrecht ihrer 2075 fälligen mit 5,125% verzinsten Hybridanleihe über 500 Millionen Euro nicht auszuüben. Der Ku­pon wird am 12. Februar neu festgesetzt.

«Der grosse Erfolg beider Transaktionen unterstreicht das Vertrauen des Kapital­marktes in unser Unternehmen und unsere Restrukturierungsmassnahmen», sagte Wilken Bormann, Executive Vice President Group Finance der Lufthansa. «Bereits jetzt haben wir den grössten Teil unserer im Jahr 2021 auslau­fenden Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 3,2 Milliar­den Euro erfolgreich refi­nanziert.»

(Reuters) Das schwer unter der Coronavirus-Pandemie leidende kanadische Unterhaltungsunternehmen Cirque du Soleil hat sich aus der Insolvenz gelöst. Das Unternehmen erklärte am Dienstag (Ortszeit), es habe eine entsprechende Vereinbarung mit seinen Gläubigern getroffen.

Weltweit hatte Cirque du Soleil im Zuge der Coronavirus-Pandemie den Betrieb von mehreren Dutzend Shows einstellen müssen, darunter allein sechs im amerikanischen Glücksspielparadies Las Vegas. Tausende von Artisten mussten zudem entlassen werden.

(sda) Die grösste Bank der USA JPMorgan Chase muss wegen angeblichen Aufsichtsversagens eine Geldstrafe zahlen. Die zum amerikanischen Finanzministerium gehörende Behörde OCC brummte dem Kreditinstitut am Dienstag (Ortszeit) ein Bussgeld von 250 Millionen Dollar auf.

Die Aufseher warfen JPMorgan in einer Mitteilung mangelnde interne Kontrollen vor. Im Risikomanagement habe es über Jahre Defizite gegeben. So sei Interessenkonflikten nicht ausreichend vorgebeugt worden. Die Bank habe die Strafe akzeptiert und die Mängel behoben, hiess es weiter.

JPMorgan war Ende September erst wegen Marktmanipulation von der Finanzaufsicht CFTC zu einer Strafzahlung von 920 Millionen Dollar verdonnert worden. Händler der Bank sollen jahrelang die Preise von Edelmetall- und Anleihekontrakten zu ihren Gunsten beeinflusst haben

(Reuters) Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann liegt im Rennen um die Verlagsgruppe Simon & Schuster vorne. Dies geht aus einem Bericht der «Financial Times» von der Nacht auf Mittwoch hervor. Laut zwei Insidern hat Bertelsmann, zu dem unter anderem der Verlag Penguin Random House gehört, mehr als zwei Milliarden Dollar für die Verlagstochter von ViacomCBS geboten und liegt damit vor Rupert Murdochs News Corp. ViacomCBS-Chef Bob Bakish hatte im März angekündigt, verschiedene Optionen für den Verlag zu prüfen. Simon & Schuster gehört zu den fünf grössten Verlagen in den USA.

(Reuters/afp) Die zweite Coronavirus-Welle verschärft die wirtschaftlichen Probleme der Deutschen Bahn. Nach Informationen der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» vom Mittwoch steuert der deutsche Staatskonzern deshalb dieses Jahr auf einen Rekordverlust von 5,6 Milliarden Euro zu. Dies gehe aus den Unterlagen für die Verwaltungsratssitzung am 9. Dezember hervor, die dem Blatt vorlägen, hiess es. Zum Halbjahr hatte die Deutsche Bahn ein Minus von 3,7 Milliarden Euro ausgewiesen.

Um die Verluste auszugleichen, hat die deutsche Regierung der Deutschen Bahn im Konjunkturpaket vom Juni eine Aufstockung des Eigenkapitals um fünf Milliarden Euro zugesagt. Bis 2024 rechnet das Unternehmen mit Einbussen zwischen elf und im schlechteren Szenario von 13,5 Milliarden Euro.

Das Logo des chinesischen Telekomausrüsters ZTE und ein grosses 5G-Zeichen auf der World 5G Exhibition in Peking am 22. November 2019.

Das Logo des chinesischen Telekomausrüsters ZTE und ein grosses 5G-Zeichen auf der World 5G Exhibition in Peking am 22. November 2019.

Jason Lee / Reuters

(Reuters) Die amerikanische Aufsichtsbehörde FCC hält an ihrer Einstufung des chinesischen Telekomausrüsters ZTE als «Sicherheitsrisiko» fest. Die Behörde wies am Dienstag (Ortszeit) einen Antrag des Unternehmens zurück, diese Bewertung zurückzunehmen.

Dies teilte die FCC gleichentags mit. Die amerikanische Behörde hatte im Juli ZTE und den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei als Gefahr für die nationale Sicherheit eingestuft.

Damit müssen Kunden in ländlichen Gebieten die Ausrüstung der beiden Firmen aus bestehenden amerikanischen Netzen entfernen und ersetzen. Zudem dürfen sie keine Subventionen aus dem Staatstopf in Höhe von 8,5 Milliarden Dollar zum Kauf von Ausrüstung mehr in Anspruch nehmen.

(Reuters) Der Computerhersteller Hewlett Packard (HP) meldet einen Rekord bei den Auslieferungen im vierten Geschäftsquartal. Zwar fiel der Umsatz um ein Prozent auf knapp 15,3 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Dienstag (Ortszeit) nach Börsenschluss in den USA mitteilte. Allerdings hatten Experten mit einem Rückgang auf 14,7 Milliarden gerechnet. Die Dividende werde zudem um zehn Prozent erhöht, hiess es weiter.

Für das laufende erste Quartal sagte HP einen Gewinn je Aktie zwischen 64 und 70 Cent voraus. Experten gehen derzeit lediglich von 54 Cent je Titel aus. An der Börse kamen die Informationen gut an. Die HP-Aktien legten nachbörslich um rund sechs Prozent zu.

Hewlett-Packard hatte sich Ende 2015 aufgespalten. Neben HP agiert auch der Bereich Hewlett Packard Enterprise (HPE) eigenständig, in dem Server- und Speicherdienste gebündelt sind.

(dpa) Der Computer-Konzern Dell schlägt sich in der Corona-Krise dank einem hohen Bedarf an PCs, Notebooks und Tablets besser als erwartet. «Wir sind auf eine beispiellose Nachfrage nach Anwendungen für Heimarbeit gestossen», verkündete Dell-Vorstand Jeff Clarke am Dienstag nach Börsenschluss in den USA bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal. Der Betriebsgewinn stieg im Jahresvergleich um starke 35 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar (1,0 Milliarden Franken).

Vor allem die PC-Sparte verzeichnete deutliche Zuwächse – hier nahmen die Erlöse im Privatkundengeschäft um 14 Prozent und die Verkäufe an Geschäftskunden um 5 Prozent zu. Deutlich schlechter lief es indes bei Servern und Netzwerkgeräten. Insgesamt schaffte Dell ein dreiprozentiges Umsatzplus auf 23,5 Milliarden Dollar. Damit wurden die Prognosen übertroffen, was die Aktie nachbörslich zunächst steigen liess. Seit Jahresbeginn hat der Kurs um 37 Prozent zugelegt.

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