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Al-Kaida im Jemen bestätigt Tod von Anführer – Nachfolger benannt

(dpa)

Der Ableger des islamistischen Terrornetzwerks Al-Kaida im Jemen hat den Tod von Anführer Kassem al-Raimi bestätigt und Khalid al-Batarfi als Nachfolger benannt. Die Terrorgruppe AQAP (Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel) bezeichnete Raimi in einer am Sonntag verbreiteten Botschaft als «Vordenker». Dieser stand seit Juni 2015 an der Spitze der Terrorgruppe, die im Jemen besonders stark ist.

Die US-Regierung hatte vor zwei Wochen erklärt, Raimi bei einem Luftangriff auf Anordnung von Präsident Donald Trump getötet zu haben. Laut einem Bericht des von Saudi-Arabien finanzierten Nachrichtenkanals «Al-Arabija» starb Raimi am 31. Januar in der jemenitischen Provinz Marib. Auch sein Vorgänger war bei einem Drohnenangriff der USA in dem Bürgerkriegsland getötet worden.

Mit Khalid al-Batarfi rückt ein ranghohes AQAP-Mitglied zum Chef auf. Der saudische Staatsbürger hatte 2001 mit den Taliban in Afghanistan gegen die USA gekämpft. Dem Ableger im Jemen schloss er sich 2010 an und führte dort den Kampf um die Provinz Abjan im Süden des Landes an. Nach einem Luftangriff, bei dem Vize-Chef Nasser al-Wahishi ums Leben gekommen war, drohte Al-Batarfi in einer Stellungnahme mit Angriffen auf amerikanische Ziele. Die USA haben für Hinweise, die zu seiner Festnahme führen, eine Belohnung von bis zu fünf Millionen US-Dollar ausgelobt.

Die USA fliegen im Jemen seit Jahren Drohnenangriffe auf Mitglieder von Al-Kaida. Die Gruppe hatte nach dem Tod ranghoher Mitglieder Rückschläge erlitten, ist nach Einschätzung von Experten aber weiterhin sehr aktiv und fähig, westliche Ziele anzugreifen. Zuletzt hatte AQAP sich zum tödlichen Angriff auf einen US-Militärstützpunkt in Florida im Dezember bekannt, bei der ein Schütze drei Menschen getötet und acht weitere verletzt hatte.