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Aktienkurse von Tupper fallen auf Rekordtief, Disney-Chef Bob Iger tritt zurück – und weitere Wirtschaftsmeldungen

(dpa) Plastikdosen als Design- und Haushaltsklassiker, Partys als Verkaufskanal – mit diesem Modell hat sich der amerikanische Hersteller Tupperware einen Namen gemacht. Doch das Unternehmen aus Orlando im Gliedstaat Florida steckt tief in der Krise. Verschärfte Konkurrenz im Markt für Haushaltsartikel und der boomende Online-Handel setzen der auf Direktvertrieb ausgerichteten Firma zu. Die Geschäfte laufen schon lange schlecht, dafür sind die Schulden hoch. Anleger scheinen Tupperware schon fast abgeschrieben zu haben.

Am Dienstag brach die Aktie zeitweise um rund 50% ein, was den Kurs auf ein Rekordtief von unter 3 $ drückte. Zum Vergleich: Ende 2013 hatten die Papiere noch über 90 $ gekostet. Hinter dem Börsenabsturz der einstigen Kultfirma verbergen sich operative Probleme. Seit acht Quartalen sinken die Erlöse. Im November schmiss Chefin Tricia Stitzel nach nur 18 Monaten hin. Ihr Nachfolger Chris O'Leary wurde nur als Übergangslösung verpflichtet, die Suche nach einem dauerhaften Chef war bisher erfolglos.

Das fast 75 Jahre alte Unternehmen, dessen Gründer Earl Tupper 1946 die Küchenwelt mit seinen bunten «Wunderschüsseln» aufmischte, steht mit dem Rücken zur Wand. Der Geschäftsbericht für 2019 musste wegen Ungereimtheiten bei der Bilanzierung des Beauty-Geschäfts Fuller in Mexiko verschoben werden, was zu millionenschweren Sonderbelastungen führen könnte und den Aktionären am Dienstag endgültig die Laune verdarb. Es war nicht die einzige Hiobsbotschaft: Tupperware gab wegen Problemen in Brasilien, China, den USA und Kanada eine Gewinnwarnung ab und räumte Verschuldungsprobleme ein.

Während sich der Einzelhandel in den vergangenen Jahren mehr und mehr ins Internet verlagert hat, wo Shopping-Giganten wie Amazon oder Alibaba mit enormer Marktmacht die Preise drücken, setzte Tupperware lange Zeit unbeirrt weiter auf seine klassischen Verkaufswege über den Direktvertrieb: «Partys sind noch immer unser Verkaufsmodell», sagte der damalige Konzernchef Rick Goings der Deutschen Presse-Agentur noch 2017. 

Zwar bietet Tupperware seine Produkte mittlerweile auch stärker im Netz an, ist hier jedoch weit abgeschlagen. Das Produktportfolio hat sich über die Jahre stark verändert. Aufbewahrungsschüsseln für Lebensmittel sind schon länger nicht mehr der Hauptgeschäftstreiber. Einen Grossteil seines Umsatzes macht das Unternehmen inzwischen etwa mit Wasserfiltern oder Mikrowellenprodukten. Zudem gehören Kosmetik- und Körperpflegeprodukte dazu. Asien hat den Heimatmarkt Nordamerika inzwischen als grösste Umsatzstütze überholt, aber auch dort liefen die Geschäfte, vor allem in China, zuletzt schlecht. 

(dpa) Der Chef des amerikanischen Unterhaltungsriesen Disney, Bob Iger, tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Das teilte das Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss in den USA mit.

Nach 15 Jahren an der Spitze des Unterhaltungskonzerns Disney geht Bob Iger.

Nach 15 Jahren an der Spitze des Unterhaltungskonzerns Disney geht Bob Iger.

Justin Lane / EPA

Zum Nachfolger wurde der Disney-Manager Bob Chapek ernannt, der zuletzt für die Vergnügungsparks des Konzerns zuständig war. Nach dem Start des Streamingservices Disney+ glaube er, dass nun der optimale Zeitpunkt sei, um an einen neuen Vorstandschef zu übergeben, erklärte Iger.

Auch wenn es schon seit längerem Spekulationen darüber gibt, wer Iger ablösen könnte, ist zumindest der Zeitpunkt des Rücktritts eine handfeste Überraschung. Disneys Aktien reagierten nachbörslich zunächst mit Kursverlusten. Iger hatte den Spitzenposten mehr als 15 Jahre inne gehabt und den Entertainment-Konzern in dieser Zeit mit den Übernahmen von Studios wie Pixar, Marvel und Lucasfilm sowie grosser Teile des Konkurrenten 21st Century Fox sehr stark geprägt.

Iger wird dem Konzern noch bis Jahresende als geschäftsführender Vorsitzender des Verwaltungsrats erhalten bleiben. Nachfolger Chapek ist seit 27 Jahren für Disney tätig, in den vergangenen fünf Jahren war er für das florierende Geschäft mit Themenparks und Resorts verantwortlich.

Igers letztes Grossprojekt war der Streamingservice Disney+, der in den USA am 12. November Premiere gefeiert hatte. Mit dem Angebot eröffnete der Hollywood-Gigant die Jagd auf den Rivalen Netflix, der der klassischen TV- und Film-Industrie in den vergangenen Jahren viele Kunden abjagte.

Der Start von Disney+ lief ausgesprochen erfolgreich, in weniger als drei Monaten konnte der Streaming-Dienst dank niedriger Preise und beliebter Produktionen wie der «Star Wars»-Serie «The Mandalorian» fast 29 Millionen Kunden gewinnen.

(dpa) Beim SAP-Konkurrenten Salesforce hat es eine überraschende Veränderung an der Konzernspitze gegeben. Co-Chef Keith Block trat zurück, wie das Unternehmen am Dienstagabend nach Börsenschluss in San Francisco mitteilte. Der Konzern werde künftig alleine von Marc Benioff geführt. Zudem gab Salesforce die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr 2019/2020 (31. Januar) bekannt. Der Umsatz legte um 29 Prozent auf 17,1 Milliarden Dollar (15,7 Milliarden Euro) zu.

Der Gewinn des Softwareherstellers brach dagegen um fast 90 Prozent auf 126 Millionen Dollar ein. Grund dafür waren deutlich höhere Steuern sowie stark anziehende Kosten zum Beispiel für Forschung und Entwicklung. Für das laufende Geschäftsjahr erhöhte der Konzern die Umsatzprognose leicht. Demnach soll der Erlös um rund 23 Prozent auf 21 bis 21,1 Milliarden Dollar steigen. Salesforce teilte zudem mit, den Konkurrenten Vlocity für 1,3 Milliarden Dollar in bar kaufen zu wollen.

An der Börse überschattete Blocks Rückzug die etwas besser als erwartet ausgefallenen Zahlen, die erhöhte Prognose und die Übernahme. Das Salesforce-Papier büsste nachbörslich zuletzt rund zwei Prozent ein, nachdem es im regulären Handel im Zuge der allgemeinen Marktschwäche rund zweieinhalb Prozent abgegeben hat. Die Aktie hatte allerdings auch erst vergangenen Donnerstag mit 195,72 Dollar ein Rekordhoch erreicht. An der Börse ist Salesforce derzeit umgerechnet knapp 150 Milliarden Euro wert und damit etwas mehr als SAP.

Hewlett-Packard spricht wieder mit Xerox über eine Fusion.

Hewlett-Packard spricht wieder mit Xerox über eine Fusion. 

Brendan Mcdermid / Reuters

(sda/dpa) Der PC- und Drucker-Hersteller HP hat im jüngsten Geschäftsquartal deutlich weniger verdient. In den drei Monaten bis Ende Januar sank der Gewinn im Jahresvergleich um 16% auf 678 Mio. $, wie der Konzern am Montag nach US-Börsenschluss im kalifornischen Palo Alto mitteilte. Die Erlöse gingen um knapp 1% auf 14,6 Mrd. $ zurück.

HP erwehrt sich schon länger eines Übernahmeversuchs des kleineren Rivalen Xerox, der sein Angebot zuletzt auf knapp 35 Mrd. $ angehoben hatte.

HP hält die Offerte weiter für zu niedrig, das Unternehmen sehe sich damit «deutlich unterbewertet». Das Management erklärte nun aber, Gespräche mit Xerox führen zu wollen, um eine mögliche Kombination im Sinne der Aktionäre auszuloten.

Zugleich erhöhte HP sein Aktienrückkaufprogramm auf 15 Milliarden Dollar, um Anleger im Fall eines feindlichen Übernahmeversuchs auf seine Seite zu ziehen.

Die Avancen von Xerox hatten von Anfang an aufhorchen lassen, da das Unternehmen viel kleiner ist als HP. Als treibende Kraft für einen möglichen Deal gilt der umstrittene US-Investor Carl Icahn, der an beiden Konzernen grosse Anteile hält.

SIG Combibloc hat 2019 einen Gewinn von 106,9 Mio. € erwirtschaftet nach einem Verlust von 83,9 Mio. im Vorjahr. Für 2020 erwarte der Verpackungskonzern ein währungsbereinigtes Wachstum des Kernumsatzes am unteren Ende einer Bandbreite von 6 bis 8%. Die bereinigte Ebitda-Marge werde angesichts von anhaltenden Investitionen voraussichtlich am unteren Ende einer Spanne von 27 bis 28% liegen.

(awp/sda) PSP Swiss Property hat im vergangenen Jahr erneut vom Tiefzinsumfeld und der starken Nachfrage nach Immobilien profitiert. Dank höherer Liegenschaftserträge und Neubewertungseffekten sowie einem einmaligen Steuereffekt stieg der Reingewinn um 47,1% auf 453,4 Mio. Fr. Die Prognose für das laufende Jahr fällt etwas günstiger aus. Wie der zweitgrösste Schweizer börsenkotierte Immobilienkonzern am Dienstag weiter mitteilt, stieg der Liegenschaftsertrag um 4,0% auf 290,5 Mio. Fr.

Der Betriebsgewinn (Ebitda) fiel unter Ausklammerung der Liegenschaftserfolge um 6,0% höher mit 256,1 Mio. aus. Der entsprechende Reingewinn legte um gut ein Fünftel auf 215,2 Mio. zu.

Der durchschnittliche Leerstand im 7,26 Mrd. Fr. schweren Immobilienportfolio lag am Bilanzstichtag Ende Jahr bei 3,5% nach 5,0% im Jahr zuvor.

Mit den vorgelegten Zahlen hat PSP die Erwartungen der Analytiker beim Reingewinn übertroffen und beim Liegenschaftsertrag genau getroffen. Die Dividende soll nun auf 3,60 Fr. je Titel erhöht werden (Vorjahr 3,50 Fr.).

Für das Gesamtjahr 2020 wird nun ein Ebitda (ohne Liegenschaftserfolg) von über 260 Mio. Fr. erwartet. Bei den Leerständen per Ende 2020 strebt der Immobilienkonzern eine Quote von unter 3,5% an.

(dpa) Das sich weltweit ausbreitende Coronavirus hat am Montag die amerikanischen Börsen auf Talfahrt geschickt. Der Dow Jones Industrial, der vor rund zwei Wochen bei über 29 500 Punkten Rekordhöhe erreicht hatte, büsste mehr als 1000 Punkte ein und schloss unter der Marke von 28 000 Punkten. Letztlich beendete er den Tag mit minus 3,56% bei 27 960,80 Punkten auf dem tiefsten Stand seit Mitte Dezember.

Finanzspezialistin Erica Fredrickson (li.) beobachtet mit einem Kollegen die fallenden Börsenkurse am Montag in New York.

Finanzspezialistin Erica Fredrickson (li.) beobachtet mit einem Kollegen die fallenden Börsenkurse am Montag in New York. 

Richard Drew / AP

Der marktbreite S&P 500 verlor 3,35% auf 3225,89 Zähler, und der technologielastige Nasdaq-100-Index sackte um 3,89% auf 9079,63 Zähler ab. Dagegen waren Staatsanleihen im Zuge der Risikoaversion der Anleger als sichere Häfen gefragt. Zehnjährige amerikanische Bonds stiegen an diesem Tag auf den höchsten Stand seit Sommer 2016.

Experten sind mittlerweile skeptisch, ob die weltweite Ausbreitung des neuen Coronavirus noch gestoppt werden kann. «Das Zeitfenster für die Eindämmung des Ausbruchs schliesst sich nun sehr schnell», zitierte die britische Zeitung «The Telegraph» Devi Sridhar von der Universität Edinburgh, die zur weltweiten öffentlichen Gesundheit forscht. Nathalie MacDermott, Expertin für Infektionskrankheiten am renommierten King's College in London, nannte vor allem die Situation in Italien, Südkorea und Iran «sehr besorgniserregend».

Die Analysten von Goldman Sachs revidierten inzwischen ihre Schätzungen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den USA nach unten. Statt eines auf das Jahr hochgerechneten BIP-Wachstums im ersten Quartal von 1,4% erwarten sie nun nur noch ein Wachstum von 1,2%. Dabei verwiesen sie vor allem auf eine langsamer als bisher erwartete Belebung der Wirtschaftsaktivität in China sowie auf die Reisebranche.

An diesem Tag gab es fast keine Gewinner an den amerikanischen Börsen. Überall überwogen tiefrote Vorzeichen. Besonders unter Druck gerieten Aktien von Unternehmen, die unmittelbar von den Folgen der Infektionskrankheit betroffen sind, etwa Reise- und Fluggesellschaften, Buchungsportale oder Krankenversicherungen. Im Dow waren die Aktien von UnitedHealth mit minus 7,8% Schlusslicht. An der Nasdaq nahmen American Airlines mit minus 8,5% den letzten Platz ein, und auch die Online-Reiseportale Booking Holdings und Expedia Group zeigten sich mit Verlusten von um die 7% sehr schwach.

Auch die stark von der weltwirtschaftlichen Entwicklung abhängigen Technologietitel standen auf den Verliererlisten ganz oben. Wenn die Produktion stillsteht oder sich verlangsamt, Lieferketten-Engpässe sich bemerkbar machen und auch die Nachfrage sich abschwächt, schlägt dies auch direkt in diese Branche durch. So büssten die Tech-Schwergewichte Apple fast 5 Prozent und Microsoft mehr als 4% ein. Unter den Autobauern verloren GM und Ford ebenfalls mehr als 4% und Tesla 7,5%.

Zu den wenigen Werten, die sich relativ stabil halten konnten, zählten als defensiv und damit weniger konjunkturabhängig geltende Aktien von Konsumgüterherstellern, Telekomanbietern und Pharmaherstellern.

Die Anteile von Gilead Sciences und Regeneron Pharmaceuticals legten sogar deutlich um 4,6 beziehungsweise 5,5% zu. Das Biotech-Unternehmen Gilead hat mit Remdesivir ein Mittel entwickelt, das in klinischen Studien in Wuhan erst kürzlich Wirksamkeit bewiesen hatte. Mutige Anleger spekulieren offenbar auf mögliche weitergehende bahnbrechende Erfolge. Regeneron hatte Anfang des Monats bekanntgegeben, zur Bekämpfung des Coronavirus verstärkt mit dem amerikanischen Ministerium für Gesundheit und Soziale Dienste (HHS) zusammenzuarbeiten, um eine Antikörperbehandlung zu entwickeln.

Der Euro wurde zum Börsenschluss an der Wall Street mit 1,0855 $ gehandelt. Im frühen europäischen Geschäft hatte die Gemeinschaftswährung nur knapp über der Marke von 1,08 $ notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Montag schliesslich auf 1,0818 $ (Freitag: 1,0801 $) fest. Der Dollar kostete damit 0,9244 € (0,9258 €). Am amerikanischen Rentenmarkt legten zehnjährige Staatsanleihen kräftig zu und stiegen auf den höchsten Stand seit Mitte 2016. Sie legten zuletzt um 1 Punkt auf 101 8/32 Punkte zu, wodurch die Rendite auf 1,36% gedrückt wurde.

(dpa) Knapp 900 Börsenunternehmen aus Europa haben im vergangenen Jahr 124 Mrd. € – umgerechnet rund 131 Mrd. Fr. – zusätzlich in die Verringerung ihrer CO2-Emissionen gesteckt oder entsprechende Investitionen angekündigt. 59 Mrd. € davon seien in CO2-arme Technologien gegangen, 65 Mrd. € in Forschung und Entwicklung, teilte die Non-Profit-Organisation CDP (Carbon Disclosure Project) am Dienstag in Paris mit. CDP sammelt Daten zu Emissionen und Klimastrategien von Unternehmen.

In keinem Land waren diese Investitionen demnach so hoch wie in Deutschland. Um das EU-Klimaziel zur Emissionsfreiheit bis 2050 zu erreichen, müssten die Unternehmen ihren Investitionsaufwand in CO2-arme Technologien aber von 12 auf 25% mehr als verdoppeln, erklärte die Organisation. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die europäischen Neuinvestitionen um fast ein Drittel, was laut CDP vor allem mit grösseren Einmalinvestitionen im Jahr 2018 zusammenhängt.

Rund neun Zehntel der gemeldeten Investitionen werden in den Sektoren Transport, Energie und Rohstoffe – also etwa für erneuerbare Energien oder Elektro-Fahrzeuge – getätigt, wie aus dem Bericht der unabhängigen Organisation hervorgeht. Er umfasst Daten von 882 europäischen Unternehmen, deren Emissionen nach CDP-Angaben drei Viertel der gesamten EU-Emissionen entsprechen. Darunter sind etliche deutsche Konzerne wie BASF, Bayer, die Deutsche Bahn, VW und Eon.

(dpa) Der amerikanische Kreditkartenriese Mastercard reagiert mit einer Umsatzwarnung auf erhöhte Unsicherheiten wegen des Coronavirus. Im laufenden Quartal dürfte das Wachstum um rund zwei bis drei Prozentpunkte geringer ausfallen als Ende Januar prognostiziert, teilte der Finanzkonzern am Montag nach Börsenschluss in den USA mit.

Trotz der Belastungen durch das Virus stellt Mastercard immer noch eine relative starke Zunahme der Erlöse um 9 bis 10% verglichen mit dem Vorjahreswert in Aussicht. Es blieben jedoch viele Unsicherheiten hinsichtlich des Geschäftsausblicks, warnte das Unternehmen. Die Aktie geriet nachbörslich weiter ins Minus.

(dpa) Der PC- und Drucker-Hersteller HP hat im jüngsten Geschäftsquartal deutlich weniger verdient. In den drei Monaten bis Ende Januar sank der Gewinn im Jahresvergleich um 16% auf 678 Mio. $ (625 Mio. Euro), wie der Konzern am Montag nach dem amerikanischen Börsenschluss im kalifornischen Palo Alto mitteilte. Die Erlöse gingen um knapp 1% auf 14,6 Mrd. $ zurück.

HP erwehrt sich schon länger eines Übernahmeversuchs des kleineren Rivalen Xerox, der sein Angebot zuletzt auf knapp 35 Mrd. $ angehoben hatte. HP hält die Offerte weiter für zu niedrig, das Unternehmen sehe sich damit «deutlich unterbewertet». Das Management erklärte nun aber, Gespräche mit Xerox führen zu wollen, um eine mögliche Kombination im Sinne der Aktionäre auszuloten. Zugleich erhöhte HP sein Aktienrückkaufprogramm auf 15 Mrd. $, um Anleger im Fall eines feindlichen Übernahmeversuchs auf seine Seite zu ziehen.

Die Avancen von Xerox hatten von Anfang an aufhorchen lassen, da das Unternehmen viel kleiner ist als HP. Als treibende Kraft für einen möglichen Deal gilt der umstrittene amerikanische Investor Carl Icahn, der an beiden Konzernen grosse Anteile hält.

Die Nationalbank dürfte derzeit wieder versuchen, den Franken zu schwächen.

Die Nationalbank dürfte derzeit wieder versuchen, den Franken zu schwächen. 

Ruben Sprich / Reuters

(awp) Die Schweizerische Nationalbank dürfte jüngst wieder am Devisenmarkt interveniert haben. Der Anstieg der Sichtguthaben von Banken bei der SNB deutet laut Marktteilnehmern darauf hin. Sie erwarten aufgrund der Situation um das Coronavirus ausserdem bald weitere Interventionen.

Konkret ist der Durchschnitt der Franken-Sichtguthaben bei der SNB für die vergangene Woche (Mittwoch bis Mittwoch) um 2,2 Mrd. auf 592,3 Mrd. Fr. gestiegen, wie die SNB am Montag mitteilte. Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als guter Indikator für mögliche Interventionen der SNB zur Frankenschwächung. Sie kauft dann etwa Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut.

Der Anstieg der Sichtguthaben sei «ein deutliches Indiz» für eine Intervention, sagte UBS-Ökonom Alessandro Bee auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Zu Beginn des Jahres sei es normal, dass die Sichtguthaben aus saisonalen Gründen anstiegen. «Wenn Mitte Februar die Sichtguthaben hingegen um 2 Mrd. Fr. steigen, lässt dies klar auf Devisenmarktinterventionen schliessen, vor allem in der momentanen Situation» – 2 Mrd. Fr. seien allerdings kein besonders hohes Volumen, sagte er.

Zahlen von nächster Woche spannender

«Die Zahlen von nächster Woche werden daher interessanter sein, weil sie dann das Verhalten der SNB in der jetzigen Situation aufzeigen, in der das Coronavirus der europäischen und der Schweizer Wirtschaft deutlich näher gerückt ist», sagte der Ökonom weiter. So gilt die Verunsicherung wegen des Virus als Grund für die Aufwertung des Frankens. Denn die Schweizer Währung hat international Bedeutung als sicherer Hafen in Krisenzeiten.

In der Nacht auf Montag – nach Bekanntwerden eines drastischen Anstiegs der Anzahl an Infizierten – war der Euro-Franken-Wechselkurs im asiatischen Handel erstmals seit Sommer 2015 unter die Schwelle von 1,06 Fr. gefallen. Mittlerweile notiert das Währungspaar aber wieder leicht darüber.

Starke Interventionen von 2015 bis 2017

Intervenieren im grossen Stil musste die SNB zuvor etwa in den Jahren 2015 bis 2017. Nach Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank am 15. Januar 2015 war der Franken bekanntlich massiv in die Höhe geschossen und hatte die Schweizer Exportwirtschaft dadurch vor massive Probleme gestellt. Allein 2015 kaufte die SNB Devisen für 86,1 Mrd. Fr., 2016 waren es dann 67,1 Mrd. Fr. und 2017 48,2 Mrd. Fr. Aber auch schon 2014, also im Jahr vor der Aufhebung des Mindestkurses, hatte sie Devisen in Höhe von 25,8 Milliarden erworben.

Keinen grossen Bedarf mehr für Interventionen gab es dann im vergangenen Jahr mit Käufen im Gegenwert von lediglich noch 2,3 Mrd. Fr. Grund war vor allem die relative Schwäche des Frankens, wobei der Euro-Franken-Wechselkurs im April kurzfristig gar die Marke von 1,20 überstiegen hatte.

(awp/sda/Reuters) Der Arzneimittelhersteller Stada baut sein Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten durch einen weiteren Zukauf aus. Stada übernimmt 15 Markenprodukte vom britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline (GSK), wie die Hessen am Montag mitteilten. Dazu gehören etwa das Vitaminpräparat Cetebe, das Erkältungsmittel Coldrex, das Allergiemittel Tavegyl, das Halsschmerzmittel Mebucaine und das Venenmittel Venoruton. Die Produkte werden in mehr als 40 Ländern vermarktet, darunter Deutschland, Russland, Polen und Spanien.

Stada habe mehr als 300 Mio. € gezahlt, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Stada und GSK wollten sich zum Kaufpreis nicht äussern.

Die für Marken wie das Grippemittel Grippostad und die Sonnenmilch Ladival bekannte Stada gehört seit 2017 den Finanzinvestoren Bain und Cinven, die das hessische Unternehmen für gut 5 Mrd. € übernommen hatten. Erst im vergangenen November hatte der Konzern aus Bad Vilbel bei Frankfurt den grössten Zukauf der Unternehmensgeschichte gestemmt und für 660 Mio. $ Geschäfte vom japanischen Pharmakonzern Takeda übernommen.

GSK hat sein Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten (OTC) mit dem von Pfizer zusammengelegt und konzentriert sich nun auf Marken mit weltweiten oder internationalem Potenzial. Durch den Verkauf komme GSK dem Ziel näher, in den Jahren 2019 und 2020 durch die Veräusserungen eine Milliarde Pfund (1,2 Mrd. €) zu erlösen. GSK mache dabei gute Fortschritte, sagte ein GSK-Sprecher.