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Affen jagen und Flüsse reinigen – was alles gemacht wird, damit's Trump in Indien gefällt

Trump muss von Affen beschützt werden. Bild: Shutterstock/Keystone/watson

Affen jagen und Flüsse reinigen – was alles gemacht wird, damit's Trump in Indien gefällt

Donald Trump reist nächste Woche für zwei Tage nach Indien. Dort werden derzeit alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit es dem US-Präsidenten beim Taj Mahal gefällt.

Der Taj Mahal – ein Wahrzeichen Indiens, weltweit bekannt. Jährlich von über sieben Millionen Touristen besucht. Nächste Woche wird auch Donald Trump einer davon sein.

Der US-Präsident wird sich am Montag auf eine zweitägige Reise nach Indien begeben, mit dem Ziel, die angeschlagenen Beziehungen zu dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land zu verbessern. Das Verhältnis der beiden Staaten hat in letzter Zeit aufgrund von Handelsstreitigkeiten gelitten.

Trump wird die Stadt Ahmedabad im Westen Indiens und die Hauptstadt Neu-Delhi besuchen. Und natürlich darf auch ein Besuch des Taj Mahals in der Stadt Agra nicht fehlen.

Die Behörden von Agra und Ahmedabad drehen ob des hohen Besuches momentan ein bisschen am Rad. Man möchte um jeden Preis einen guten Eindruck hinterlassen. Deswegen wurden einige Massnahmen ergriffen, die zuweilen fast schon grotesk, mindestens aber fragwürdig erscheinen.

Die Slum-Mauer

Trumps erster Stopp wird in der Stadt Ahmadabad sein. Dort soll er vom indischen Premierminister Narendra Modri im weltgrössten Cricketstadion «Motera» willkommen geheissen werden. Der Name des Events: «Namaste Trump».

Trump wird wie üblich von einem Konvoi am Flughafen abgeholt und zum Stadion gebracht werden.

Arbeiter errichten eine Mauer vor einem Slum in Ahmadabad. Bild: AP

Das Problem: Auf der vorgesehenen Route zum «Moreta» liegt ein Slum. Dieses soll Trump nicht zu Gesicht bekommen.

Die Lösung: Eine 500 Meter lange Mauer bauen.

Gesagt, getan. Der Bau der Mauer sorgte in Indien für Entrüstung. Vor wenigen Tagen äusserte sich dann aber Vijay Nehra, Stadtkommissar von Ahmadabad, auf Twitter.

Ihm zufolge sei diese Mauer schon vor zwei Monaten geplant worden, «um Übergriffe auf der Strasse zu verhindern». Die Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen liegen.

Auf Affenjagd mit der Steinschleuder

Rund um den Taj Mahal sollen 500 bis 700 Affen leben.

Während Donald Trump dem Taj Mahal einen Besuch abstattet, gilt für die Bewohner Agras eine Sicherheitssperre. Heisst, dass niemand während dieser Zeit sein Haus verlassen darf. Zumindest während Trump vom Flughafen bis zum Tempel fährt.

Was bei Menschen noch relativ einfach durchzusetzen ist, wird bei unseren tierischen Verwandten schon schwerer. Zwischen 500 und 700 Affen sollen rund um den Taj Mahal leben, und sie sind bekannt dafür, nicht sehr freundlich zu sein. Laut «India Today» sollen die Primaten schon zahlreiche Touristen angegriffen haben.

Damit Donald und Melania Trump nicht das gleiche Schicksal ereilt, haben sich die Polizisten von Agra bewaffnet. Mit Steinschleudern.

Ein lokaler Polizist sagte gegenüber «India Today», dass die Steinschleudern eine relativ gute Abschreckungsmassnahme gegen einzelne Affen seien, «wenn es jedoch um ganze Truppen von Affen geht, ist die Steinschleuder völlig wirkungslos».

Weiter sagte der Polizist:

«Der Terror der Affen ist so allgegenwärtig, dass Frauen und Kinder Angst haben, auf das Dach ihrer Häuser zu steigen. Wenn eine so grosse Truppe von Affen das Gefolge von Donald Trump angreift, wird es eine Katastrophe geben.»

Für die Sicherheit des Präsidenten ist der Secret Service zuständig. Was die genau mit einem angreifenden Affen anstellen würden, ist nicht bekannt.

Einen Fluss spülen

Der Yamuna-Fluss ist ziemlich dreckig. Bild: AP/AP

Nicht nur die Affen stellen ein Problem dar in Agra, auch die olfaktorischen Umstände rund um den Taj Mahal beschäftigt die Behörden.

Kurz gesagt: Es stinkt.

Grund dafür ist der Yamuna-Fluss, der hinter dem Tempel durchfliesst. Der soll stark verschmutzt sein und einen üblen Duft verbreiten.

Um diesem Problem Herr zu werden, entschied man sich, den Fluss, nun ja, zu spülen. Jal Singh Meena, ein Offizier der Regierungsbehörde, die das Kanalnetz verwaltet, sagte gegenüber «Reuters», dass 17 Millionen Liter Wasser in den Fluss gespeist werden. «Das zusätzliche Wasser wird den üblen Geruch entfernen.»

Na dann: Namaste, Trump!

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