Switzerland

Adrian Schoop: «Nein, ich will bei einer Fusion nicht Badener Stadtrat werden»

Adrian Schoop (35) und seine Schwester Franziska Schoop-Zandonella (28) werden die neuen Eigentümer des Familienunternehmens, das ihr Vater Martin Schoop (62) aufgebaut hat. 200 Mitarbeiter zählt die Schoop-Gruppe mit Sitz in Baden-Dättwil. Dass Adrian Schoop das KMU mit seiner Schwester in dritter Generation übernimmt, das war für ihn nicht schon seit Jahren klar, wie er dieser Zeitung sagt. «Ich bin in die Aufgabe hineingewachsen», sagt er. «Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die Übernahme.»

Adrian Schoop (FDP) ist bekanntlich auch Gemeindeammann von Turgi. Wird die Fusion mit Baden Tatsache, startet die neue Gemeinde auf den 1. Januar 2024. Nun werden Schoop Ambitionen für das Amt als Badener Stadtrat nachgesagt, womöglich sogar für das des Stadtammanns, obwohl er sich dazu noch nie öffentlich geäussert hat. Darauf angesprochen, macht er nun deutlich:

Adrian Schoop führt mehrere Gründe für diesen Entscheid an, den er unabhängig von der Firmenübernahme gefällt habe. Kommt die Fusion zustande, wäre er Ende 2023 seit 12 Jahren im Gemeinderat von Turgi gewesen. «Das wäre ein guter Zeitpunkt, um die Exekutivtätigkeit zu beenden», sagt er. Generell sei er der Ansicht, dass drei bis vier Legislaturen à vier Jahre ein guter Zeithorizont für ein solches Milizamt sind. Zudem wolle er als Unternehmer weiterhin neutral mit der Stadt zusammenarbeiten. «Die Stadt Baden ist ein Kunde von uns. Es ist mir wichtig, dass es hier keine Interessenskonflikte geben könnte.»

Bei den Wahlen im Herbst werde er wieder als Gemeindeammann von Turgi antreten. Er sagt:

Es wäre seine letzte Legislatur, egal Turgi mit Baden fusioniert oder nicht, macht er schon jetzt klar.

Adrian Schoop ist seit vier Jahren Mitglied des Grossen Rats. Und er denkt keineswegs daran, diese politische Tätigkeit zu beenden. «Dieses Mandat macht mir extrem Spass, ebenso die Tätigkeit im Vorstand des Gewerbeverbandes. Hier bin ich an der Schnittstelle zwischen Politik und Unternehmertum. Das ist gerade jetzt in Zeiten von Corona wichtig.» Er habe sich seit Jahren gut organisiert, um Politik und Firma unter einen Hut zu bringen. Sein Amt als Gemeindeammann entspreche etwa einer 30-Prozent-Pensum. Er ist seit 2013 in der Geschäftsleitung Schoop Gruppe und hat die Tochterfirma Soba Inter AG mit 30 Mitarbeitenden seit 2013 acht Jahre lang geführt.

Bei den Nationalratswahlen im vergangenen Oktober stand Adrian Schoop auf der FDP-Liste. Wird er im Jahr 2023 wieder antreten? «Das weiss ich noch nicht», antwortet er. Erst müsse sich die neue Konstellation im Familienunternehmen einspielen. «Das hat zurzeit Priorität.»

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