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Achtung, FC St. Gallen!: Bundesliga entdeckt Trainer Peter Zeidler

Peter Zeidler (57), Trainer des Tabellenführers FC St. Gallen, lacht, als er von BLICK auf seinen ehemaligen Weggefährten Ralf Rangnick (62) angesprochen wird. «Soeben hatten wir via SMS Kontakt. Wir haben abgemacht, dass wir diese Woche noch miteinander telefonieren werden.»

Rangnick, heute Sportchef bei Red Bull New York, hat in den USA mitbekommen, dass sein ehemaliger Co-Trainer bei der TSG Hoffenheim in der Schweiz mit der St. Galler Rasselbande die Liga aufmischt. Und nach 23 Runden an der Spitze steht.

Rangnick-Fussball in der Schweiz

Via Deutsche Presseagentur DPA sagte der Schwabe letzte Woche über Zeidler: «Wenn er es mit St. Gallen tatsächlich schaffen sollte, Meister zu werden, dann wird das auch in Deutschland wahrgenommen werden. Ich traue ihm die Bundesliga definitiv zu.»

Zeidler zu BLICK: «Das schmeichelt, hat aber keine Auswirkungen auf irgendetwas. Das bringt mich jetzt nicht durcheinander. Ich traue jedem Super-League- und vielen Challenge-League-Trainern die Bundesliga zu.»

Wenn Jürgen Klopp, Trainer von Premier-League-Dominator Liverpool, über seine Inspirations-Quellen spricht, dann redet er immer wieder von ein «paar verrückten Württembergern». Er meint Rangnick und seinen damaligen Assistenten Zeidler.

Die Württemberger Rangnick und Zeidler arbeiteten schon Ende der 90er Jahre beim VfB Stuttgart zusammen, Rangnick als Nachwuchschef, Zeidler als Jugendtriner. Ab Januar 2008 ist der heutige FCSG-Coach Rangnicks Co-Trainer in Hoffenheim, im Oktober 2012 holt Rangnick seinen Weggefährten zu Red Bull Salzburg. Zuerst als Trainer beim Farm-Team FC Liefering, später rückt Zeidler beim RB Salzburg als Chef-Trainer nach. Bis ihn Rangnick Ende 2015 nach missglückter Champions-League-Qualifikation gegen Malmö FF entlassen muss.

Zeidler hat YB-Spiel nochmals geschaut

Pressing, Gegenpressing, Tempo-Fussball, Zeidler lässt auch beim FCSG Rangnick-Fussball spielen. Zur Freude der Schweizer Fussball-Liebhaber.

Viel mitbekommen hat der St. Galler Trainer aber auch in seinem Elternhaus im schwäbischen Böbingen. Demut, Zusammenhalt, Verbundenheit, Gemeinschaft aufbauen. Zeidler: «Das sind Tugenden, die ich zu Hause und in meinem Umfeld gelehrt bekommen habe. Und sie gelten auch bei Profispielern. Man kann im Fussball alles messen, nicht aber diese Kraft, die von innen kommt. Sie kann Berge versetzen.»

Das beweist seine Truppe auch am letzten Sonntag, als sie beim Duell gegen Co-Leader YB zwischenzeitlich 1:2 hinten liegt, in der Nachspielzeit das 3:2 schiesst, danach aber durch zwei VAR-Entscheide um den Sieg gebracht wird und beim 3:3 Punkte lassen muss.

Übrigens: In der Nacht nach dem Spiel hat sich Zeidler nochmals das Spiel angeschaut. Nicht in voller Länge. Nach dem vermeintlichen Siegtor von Görtler hat er das Video-Gerät abgestellt.