Switzerland

Abstimmung zum Jagdgesetz: Der Wolf und die teuren Schafe

Am 27. September stimmen wir über das neue Jagdgesetz ab. Im Zentrum: der erleichterte Abschuss des Wolfs. Dass wir überhaupt über den Wolf und seine Daseinsberechtigung sprechen, liegt an einem anderen Tier. Einem Tier, das wir uns viel kosten lassen: dem Schaf. Jedes Jahr unterstützt der Bund die Schafhaltung mit rund 24 Milli­onen Franken, unter anderem in Form von Mitteln für die Verwertung von Milch oder von Alpungsbeiträgen.

Nur dank dieser Unterstützung ist die Schafhaltung hierzulande überhaupt ­einigermassen rentabel. Denn Schafsmilch und -käse sind ­Nischenprodukte. Und vom Lamm essen viele Konsumenten nur die edelsten Stücke. Rund 60 Prozent des verzehrten Lammfleischs muss importiert werden, weil der Bedarf an Edelstücken von der hiesigen Produktion nicht gedeckt werden kann.

«Wir schlachten in der Schweiz jedes Jahr 250'000 Tiere, es werden aber Fleischteile von über fünf Millionen weiteren importiert», sagt Peppino Beffa, Präsident des Schweizerischen Schafzuchtverbandes. Und die Wolle? Wurde bis vor wenigen Jahren verbrannt.

Sympathien und Heimatgefühle

Bei diesen Beispielen kommt die Frage auf: Warum werden überhaupt Schafe gehalten? «Die Schafhaltung ist etwas Schönes, Ursprüngliches», sagt Beffa. Viele Menschen hegen Sympathien für die zotteligen Herdentiere und verbinden Heimatgefühle mit Schaf­alpen oder den Wanderherden, die im Winter durch das Land ziehen.

Und auch das von der Mehrheit verschmähte Lamm- und Schaf­fleisch findet Abnehmer. «Unsere besten Kunden sind Menschen mit muslimischem oder hinduistischem Glauben oder mit Migrationshintergrund», sagt Beffa. «Fleisch von ­älteren Tieren geht zu 90 Prozent in diese Kanäle.» Man denke nur an Kebab! Mit dieser ­Tatsache halte er seinen Berufskol­legen ab und an mal den Spiegel vor, sagt Beffa. «Wenn sie sich mal kritisch über Ausländer äussern, sage ich ihnen, dass gerade wir Schafzüchter froh sein sollten, dass sie als Konsumenten da sind», sagt er und lacht.

Wolle als Baumaterial

Auch für die Schafwolle gibt es mittlerweile eine bessere Lösung: Ein Grossteil davon wird verar­beitet und beispielsweise als Baumaterial verwendet. Für die Textilindustrie ist die Wolle der Schweizer Schafe aber weniger geeignet. In dieser Branche sei die Feinheit der Wolle ein Qualitätsmerkmal – je dünner, desto besser, sagt Beffa. Und Schafe hätten nur dann dünne Wolle, wenn sie wenig Futter zur Verfügung haben, wie es in tro­ckeneren Gebieten auf der Welt der Fall sei. «Je schlechter das Tier ­genährt, desto dünner ist seine Wolle» sagt Beffa.

Nicht alles ist aber rosig in der Welt der Schweizer Schafe. Zu­mindest nicht mehr, seit der Wolf zurück ist – aus Sicht der Schaf­halter der grösste Feind ihrer Schützlinge.

Eine Viertelmillion Schafe landet in der Schweiz jährlich auf der Schlachtbank. Rund 4000 Schafe verenden durch Krankheiten, Unfälle und Felsstürze. Der Wolf hat letztes Jahr etwas mehr als 400 Schafe gerissen. Die Anzahl Unfälle und Risse steht für Sara Wehrli, Verantwortliche Grosse Beutegreifer und Jagdpolitik bei Pro Natura, in keiner Rela­tion.

Beitrag an Biodiversität

Trotzdem: Auch für sie hat die Schafhaltung ihre Berechtigung. «Weiden die Schafe nicht zu lange an einer Stelle, können sie einen Beitrag an eine vielfältige Landschaft und an die Biodiversität ­leisten.» Und: Bei guter Herden­führung gehören gesömmerte Schafe zu jenen Nutztieren in der Schweiz mit der artgerechtesten Haltung.

Auch im Hinblick auf den Klimawandel könnte das Schaf zum optimalen Nutztier avancieren. «Schliesslich frisst es kein ­eingeflogenes Soja», sagt Peppino Beffa. Für ihn ist klar: Das Schaf ist seinen Preis wert.

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