Switzerland

Abstimmung in Zürich: Unheilige Allianz will umstrittene Grossüberbauung abschiessen

Drei Hochhäuser, 700 gemeinnützige Wohnungen und Gewerbe: Das Stimmvolk entscheidet über einen halben Stadtteil in Seebach. Wir berichten laufend.

So gross könnte die Überbauung in Zürich-Seebach werden: Gestaltungsplan Thurgauerstrasse. Links der geplanten Bauten liegt das Grubenackerquartier.

So gross könnte die Überbauung in Zürich-Seebach werden: Gestaltungsplan Thurgauerstrasse. Links der geplanten Bauten liegt das Grubenackerquartier.

Illustration: PD

Wo heute Schrebergärtnerinnen und Schrebergärtner ihre Beete pflegen, soll ab 2027 eine grosse, in die Länge gezogene Überbauung mit rund 700 günstigen Wohnungen für rund 1800 Personen entstehen. Auch Alterswohnungen sind geplant. In den Sockelgebäuden sollen Gewerbetreibende einziehen können.

Die Siedlung soll am nördlichen Stadtrand, an der Thurgauerstrasse in Zürich-Seebach, auf einer Fläche von 65’000 Quadratmetern gebaut werden. Sie beinhaltet auch drei Wohnhochhäuser. Zwei können bis zu 60 Meter hoch werden, eines gar 70 Meter. Für zwei weitere Gebäude ist eine Maximalhöhe von 30 Metern vorgegeben.

Das Ziel der Stadt ist, mit dieser Siedlung den Anteil an gemeinnützigen Wohnungen zu erhöhen, wie es die Gemeindeordnung vorschreibt.

Widerstand gegen «monströse» Bauten

Gegen die Überbauung auf einer der grössten städtischen Baulandreserven ist das Referendum ergriffen worden. An der Spitze der Gegnerschaft steht die IG Grubenacker. Diese besteht aus Anwohnern, welche direkt betroffen wären. Ihre Häuser, oft Einfamilienhäuser, stehen sozusagen im Schatten der geplanten Grosssiedlung. Die Gegner kritisieren die «monströsen» Ausmasse und die grosse Dichte des Vorhabens.

Der Gestaltungsplan hat bereits diverse politische Pirouetten hinter sich. Der Gemeinderat hat den Gestaltungsplan erst im wiederholten Anlauf genehmigt. Während des Prozesses sind jene Gebäude auf der Seite der Grubenackerstrasse etwas abgesenkt worden. Deren Höhen betragen jetzt noch 10 bis 17 Meter.

Schule und Park sind nicht umstritten

Auf dem Grossareal entstehen auch ein Schulhaus und ein grosszügiger Park. Diese stehen aber nicht zur Debatte, der entsprechende Gestaltungsplan ist bereits genehmigt.

Die Situation heute: Schrebergärten, ein Parkplatz (unten) und eine Gärtnerei. Links die Grubenackerstrasse, rechts die Thurgauerstrasse.

Die Situation heute: Schrebergärten, ein Parkplatz (unten) und eine Gärtnerei. Links die Grubenackerstrasse, rechts die Thurgauerstrasse.

Foto: Urs Jaudas

Für den Gestaltungsplan, der die Wohnungen und die Gewerberäume betrifft, haben sich die SP, die FDP und die GLP ausgesprochen. Dagegen ist eine «unheilige Allianz» aus SVP, Grünen, AL und EVP. Im Gemeinderat resultierte ein Ergebnis von 71 gegen 44 Stimmen.

Bauen würden Genossenschaften

Stimmt das Volk zu, wird die Stadt, der das Land gehört, die Baurechte ausschreiben. Genossenschaften können sich für Teile der Grosssiedlung bewerben. Ist klar, wer baut, werden Architekturwettbewerbe durchgeführt. Darauf folgen die konkreten Bauprojekte. Gegen diese können Betroffene Rekurse einlegen.

Geplant ist eine etappenweise Erstellung der Überbauung. Die erste Bauetappe soll 2027 in Angriff genommen werden.

Andere, grünere Ansicht der Siedlung. Gegen diese Darstellung haben die Gegner protestiert, worauf die Stadt eine weitere Illustration publizierte (siehe weiter oben im Text).

Andere, grünere Ansicht der Siedlung. Gegen diese Darstellung haben die Gegner protestiert, worauf die Stadt eine weitere Illustration publizierte (siehe weiter oben im Text).

Illustration: PD

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