Switzerland

Abivardi-Schwestern: «Wir wollen die Mundgesundheit auf den Kopf stellen»

Die beiden Zahnärztinnen, die mit der Klinikkette Swiss Smile Bekanntheit erlangten, starten ein neues Business. In den USA und der Schweiz vertreiben sie eine Produktlinie, die verspricht, die Zähne gleichzeitig aufzuhellen und zu stärken.

Golnar (links) und Haleh Abivardi vor dem Trois-Pommes-Geschäft an der Zürcher Bahnhofstrasse, wo sie in einem Store-in-Store ihre neue Produktlinie anbieten.

Golnar (links) und Haleh Abivardi vor dem Trois-Pommes-Geschäft an der Zürcher Bahnhofstrasse, wo sie in einem Store-in-Store ihre neue Produktlinie anbieten.

Foto: Anna-Tia Buss

Seit dem Verkauf ihrer Zahnarztkette Swiss Smile Mitte 2017 ist es um Haleh und Golnar Abivardi still geworden. Das könnte sich jetzt ändern: Die Schwestern mit iranischen Wurzeln haben dieser Tage in den USA ihre neue Produktlinie lanciert. Über ein Jahr und zuletzt fast rund um die Uhr hätten sie darauf hingearbeitet, erzählen sie.

Und Haleh Abivardi verheisst Grosses: «Wir wollen die Mundgesundheit auf den Kopf stellen. Unser Patent sehen wir als eine der wichtigsten Innovationen im Dentalmarkt seit Fluorid.» Das Produkt beruht auf einer Formel, welche die Abivardis, beide in Zürich ausgebildete Zahnärztinnen, zusammen mit Credentis weiterentwickelt und weltweit patentiert haben. Seit Mittwoch ist das in Windisch AG ansässige Kleinunternehmen, das auf Mundhygieneprodukte zur Behandlung von Zahnkrankheiten spezialisiert ist, in Besitz des Schwesternpaares.

Skeptiker eines Besseren belehren

Mit der neuen Linie «vVardis» sollen die Zähne aufgehellt und dabei noch gestärkt und weniger kariesanfällig gemacht werden.

Die gängigen Bleichmethoden sind mit mehr oder minderen Nebenwirkungen verbunden. Entweder verwendet man Wasserstoffperoxid, aber wegen der gesundheitlichen Risiken nur in sehr geringer Dosierung und mit entsprechend begrenzter Wirkung. Oder man nimmt Zahnpasten, welche die Bleichwirkung durch das Abschleifen des Zahnschmelzes erzielen.

Dem stellen die Abivardi-Schwestern jetzt ein Gel und eine Zahnpasta gegenüber. Zusätzlich zum Bleicheffekt sollen diese hitze- oder kälteempfindliche Zähne weniger sensibel machen. Man mag das bezweifeln oder belächeln. Doch hatten die zwei Frauen viele Skeptiker und Spötter schon einmal eines Besseren belehrt.

Multimillionärinnen dank Swiss-Smile-Verkauf

Im November 2003, als sie in Zürich die erste Swiss-Smile-Klinik gründeten, lag dem eine schier unmögliche Vision zugrunde. «Wir waren getrieben von der Idee, das Zahnarzt-Erlebnis neu zu erfinden», sagt Golnar Abivardi. «Dieses sollte sich nicht darauf beschränken, kranke Zähne zu flicken.»

Ihre Schwester ergänzt: «Vielmehr wollten wir den Leuten aufzeigen, wie wichtig gesunde Zähne und Mundhygiene sind. Unser ganzes Wohlbefinden hängt davon ab.» Zum neuen Kundenerlebnis gehörte die durchgestylte Ausstattung und die wohnliche Atmosphäre in der Klinik, die damit eher an ein Hotel als an eine Arztpraxis erinnerte. Gleiches galt für die Öffnungszeiten: 365 Tage im Jahr, von frühmorgens bis spätabends.

In drei Jahren wuchs die Kundenzahl auf 30’000 an. Unter den Kunden seien viele, die zuvor jahrelang keinen Zahnarzt aufgesucht hatten. 2007 erhielten die Schwestern dann die Auszeichnung als Schweizer Unternehmerinnen des Jahres. Swiss Smile war so erfolgreich, dass sich die Familie Jacobs dafür interessierte: Der Verkauf des Unternehmens an die Jacobs Holding vor über drei Jahren machte die Abivardi-Schwestern zu Multimillionärinnen.

250 Dollar für 2 Milliliter

Ihre finanziellen Möglichkeiten, um «vVardis» in den USA zu lancieren, sind denn auch weit grösser als bei Gründung von Swiss Smile. «Damals verfügten wir über 100’000 Franken an eigenen Mitteln», erinnert sich Golnar Abivardi. Ausserdem habe die Migros-Bank einen Kredit über 3 Millionen Franken gewährt. «Unser neues Projekt finanzieren wir aus der eigenen Tasche», so die jüngere Schwester, «wir brauchen keine Investoren.»

Der Vertrieb im US-Markt erfolgt vorerst ausschliesslich online. «Wir können dort eine Marktnische besetzen, die grosses Wachstum verspricht», sagt Haleh Abivardi. «Und dies mit einem völlig neuen Medtech-Produkt.» Die USA sind mit einem Volumen von rund 9 Milliarden Dollar der wichtigste Markt für Mundpflege. Hinzu kommt: Nirgendwo sonst sind Produkte zum Weissen der Zähne so verbreitet (gut 4 Prozent Anteil am Mundpflegemarkt, verglichen mit 1,4 Prozent weltweit).

Der Gel mit dem Namen «vVardis Aletsch» hat aber seinen Preis: Ein Glasfläschchen mit 2 Milliliter Inhalt kostet 250 Dollar. «Damit können die Kunden ihre Zähne selbst aufhellen», sagt Golnar Abivardi. «Beim Zahnarzt kostet ein Bleaching 300 bis 1000 Dollar.»

Schweizer Onlinevertrieb ab Dezember

Auch bestreitet ihre Schwester, dass eine exorbitante Marge auf das Produkt geschlagen werde: «Wir bewegen uns im normalen Bereich. Hingegen haben wir einiges in Forschung und Entwicklung investiert.» Die erzielten Gewinne will man in Innovationen und in die Expansion in weitere Märkte stecken.

In der Schweiz ist die «vVardis»-Linie in den Geschäften der Modekette Trois Pommes erhältlich. Im Dezember soll noch ein Onlinevertrieb dazukommen. Die Abivardi-Schwestern haben sich ausserdem mit dem Gesundheitsdienstleister Galenica darauf verständigt, ihre Produkte über die beiden Apothekenketten Amavita und Coop Vitality zu verkaufen.

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