Switzerland

Abenteurerin Jasmine Harrison: Mit Nutella an Bord ruderte sie ganz allein übers Meer

Die 21-jährige Britin ist die jüngste Frau, die je den Atlantik durchruderte. Stolze 4800 Kilometer. Blöderweise spülte eine Welle ihre Musikbox ins Meer.

Jasmine Harrison meisterte 70 Tage auf See.

Jasmine Harrison meisterte 70 Tage auf See.

Foto: Atlantic Campaign

Sie hörte, wie die Musik immer leiser wurde, als die Box in den Tiefen des Ozeans verschwand. Dann wurde Jasmine Harrison wieder an die Oberfläche geschleudert, als sich ihr Boot aufrichtete. Sie hatte die Welle nicht kommen sehen, die sie schwer getroffen hatte. Und nun sass sie da, mutterseelenallein auf dem Ozean, das Boot voller Wasser, und ihre Musikbox, die ihr in den vergangenen 54 Tagen so gute Gesellschaft geleistet hatte, war für immer weg.

Mitte Dezember hatte sich Jasmine Harrison aufgemacht, den Atlantischen Ozean zu überqueren – zusammen mit ihrem Ruderboot Argo, einem Ball mit Gesicht (den sie natürlich Wilson taufte) und unzähligen Gläsern Nutella und Erdnussbutter.

Die Schwimmlehrerin und Barkeeperin aus North Yorkshire hatte vor drei Jahren in Antigua miterlebt, wie Teilnehmer des Extremrennens Atlantic Challenge nach zig Tagen auf dem Meer wacklig aus ihren Booten stiegen. Und hatte den Entschluss gefasst: «Das will ich auch mal machen.» Zurück zu Hause liess sie der Gedanke nicht mehr los, und so startete sie ihr Projekt «Rudderly Mad». Eineinhalb Jahre bereitete sie sich auf das Abenteuer vor, brachte sich in Form und lernte, das Wetter zu lesen.

Sie entschied sich nämlich auch, die rund 4800 Kilometer allein zu rudern. «Ich war schon immer unabhängig, ich mag das Gefühl, das du hast, wenn du etwas allein gemacht hast. Es ist so befreiend», sagte sie noch vor dem Start. Auf See merkte sie schnell: «Ich habe mich in einem Raum voller Menschen schon einsamer gefühlt als allein auf dem Ozean.»

Sie telefonierte mit ihrem Satellitentelefon täglich mit ihrer Mutter, aber auch oft mit Freunden. «Wohl mehr, als wenn ich zu Hause gewesen wäre.» Sie genoss die Zeit allein auf dem Meer, weg von einem stressigen Leben – in einer ganz anderen Isolation.

Und die Tage auf See waren sowieso nie langweilig, auch wenn sie sich immer glichen: aufstehen, auf dem Navigationsgerät schauen, wo sie ist, essen, telefonieren, rudern, essen, rudern, Boot putzen. «Das Wetter war jeden Tag anders. Es war, als wäre es jeden Tag ein anderes Meer», erzählt Harrison. Und sie war ihm ausgeliefert. Da sie allein ruderte, konnte sie dem schlechten Wetter nicht entkommen. Sie sah, dass es kommen würde, aber sie wusste auch: Sie kann nicht weg. «Ich hab einfach meine Ruder eingepackt, bin in die Kabine gegangen, habe mich hingesetzt und gedacht: Da rudere ich nicht durch.»

Das Dreamteam: Ruderin Jasmine und das Boot Argo.

Das Dreamteam: Ruderin Jasmine und das Boot Argo.

Foto: Atlantic Campaign

Die unangenehmen Momente geschahen alle in der Nacht: Zweimal kenterte sie, wurde in ihrer Kabine herumgeschleudert. Einmal entkam sie um vier Uhr morgens der Kollision mit einem Bohrschiff nur ganz knapp. Aber es gab auch viele schöne Momente: «Ich kann nicht beschreiben, wie schön die Sonnenuntergänge waren», schwärmt sie. Und auch die Tiere, die sie unterwegs antraf, die Delfine, Wale und fliegenden Fische, die regelmässig zu ihr ins Boot hüpften.

Nach 70 Tagen, 3 Stunden und 48 Minuten war sie wieder da, wo alles begonnen hatte: An einem Samstagmorgen ruderte sie in den Hafen von Antigua ein. Als erst 19. Frau, die einen Ozean allein durchrudert hat. Und sie ist mit ihren 21 Jahren die jüngste, der dies je gelang.

Als sie sich wieder an den festen Boden unter den Füssen gewöhnt hatte, machte sie zwei Sachen: Sie ass einen richtigen Burger mit Pommes frites, und sie freute sich über eine Nachricht von Rachel Platten. Der «Fight Song» der amerikanischen Sängerin hatte sie tagelang begleitet, bevor ihr der Ozean die Musikbox weggenommen hatte.

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