Switzerland

Abbau bei der Ruag: Jeder dritte Angestellte muss in Emmen gehen

Der Konzern entlässt in der Innerschweiz zahlreiche Mitarbeiter und baut den Flugzeugstrukturbau um.

Der Rüstungskonzern baut ab: Die Ruag will in Emmen die Belgschaft reduzieren.

Der Rüstungskonzern baut ab: Die Ruag will in Emmen die Belgschaft reduzieren. Bild: Keystone

Der Technologiekonzern Ruag International will den Flugzeugstrukturbau neu ausrichten. Im Zuge dessen sollen in Emmen bis Ende 2021 maximal 90 der heute 290 Stellen wegfallen.

Ruag International lasse nichts unversucht, den Stellenrückgang in den kommenden zwei Jahren über eine restriktive Einstellungspolitik, natürliche Abgänge, durch interne Stellenwechsel oder Übernahme durch externe Partner möglichst gering zu halten, teilte der Konzern am Donnerstag mit.

Ein Sozialplan komme zur Anwendung und ein internes Konsultationsverfahren mit der Arbeitnehmervertretung sei eingeleitet. Lernende seien nicht tangiert. Grund für den Abbau ist unter anderem, dass Kunde Airbus die Produktion des weltgrössten Passagierjets A380 eingestellt hat. Der Flugzeugstrukturbau von Ruag befinde sich bereits in einem komplexen und hochkompetitiven Marktumfeld, schrieb der Konzern. Mit der Einstellung der A380-Aufträge habe sich die wirtschaftliche Situation in Emmen zusätzlich verschärft.

Verlagerung an andere Standorte

Künftig soll sich der Standort nun auf komplexe Technologien sowie auf die Oberflächenbehandlungen von Flugzeugstrukturbauteilen konzentrieren. Arbeitsintensive manuelle Tätigkeiten wie die Blechfertigung und der Zusammenbau von zivilen Flugzeugstrukturteilen sowie die Zerspanung dagegen werden an die beiden anderen Standorte verlagert.

Hohe Stückzahlen sind in Zukunft Sache des deutschen Standorts in Oberpfaffenhofen, während sich der Standort im ungarischen Eger auf die manuelle Bearbeitung von Flugzeugstrukturteilen konzentrieren soll. Neben dem Flugzeugstrukturbau sind in Emmen heute auch andere Ruag-Bereiche wie das Raumfahrtgeschäft oder das Rüstungsgeschäft präsent.

Ruag International ist seit Anfang Jahr als zivilischer Geschäftsbereich vom Rüstungsbereich getrennt. Der Bundesrat hatte im März 2019 die Entflechtung des für die Armee tätigen Bereichs des Bundeskonzerns genehmigt. Ruag International soll zu einem Aerospace-Technologiekonzern weiterentwickelt und mittelfristig vollständig privatisiert und an die Börse gebracht werden. Seit Jahresbeginn bestehen unter der Beteiligungsgesellschaft BGRB Holding AG mit MRO Schweiz und RUAG International zwei neue Subholdings.

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