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Abaelard und Heloise: Wenn ein bisschen Sadomaso zur Entmannung führt

bild: watson

Erektoteles

Abaelard und Heloise: Wenn ein bisschen Sadomaso zur Entmannung führt

In nichts bliebe seine theologische Begabung hinter seiner philosophischen zurück, schrieb Pierre Abaelard in seiner Autobiographie, die den Namen «Historia Calamitatum» tragen würde. Eine Leidensgeschichte also hatte dieser hochmütige Mann zu erzählen.

Begonnen hatte sie allerdings überaus hoffnungsvoll im Jahre 1079. Abaelard war der Sohn des Ritters Berengar, eines wohlhabenden bretonischen Gutsherren. Hineingeboren in die oberen Ränge der Gesellschaft, hatte er Armut niemals erfahren müssen und so zog er bald aus, um unbeschwert und voller Zuversicht in seine leuchtende Zukunft zu spazieren. Aus ihm sollte ein berühmter Magister werden, vielleicht gar der Erzieher des kleinen Prinzen am Hofe des französischen Königs. Auch ins Bischofsamt wagte der kühne Abaelard sich hineinzuträumen.

Das Bild stammt aus einer alten Sammlung von Abaelards Schriften. bild: wikimedia

Der Glaube des jungen Mannes an sich selbst war unerschütterlich, er mochte ihn aus seiner geistigen Kraft schöpfen, die unentwegt sprudelte und dabei immer neue Gedanken hervorbrachte, für die die Zeit, in der er lebte, noch nicht ganz reif war.

Er schlängelte sich durch die schmalen Gänge dogmatischer Lehren, zischte gegen die unumstösslichen Worte der alten Kirchenväter und biss sich fest im theologischen Fett, das sich seit Paulus um den Bauch der Bibel angesetzt hatte.

Und als dieses dadurch gar ungemütlich zu wackeln begann, hiess es von Abaelards Gegnern bald, er vergifte mit seinen Ideen den christlichen Glauben. Der lauteste unter ihnen war Bernhard von Clairvaux, ebenso feurig wie er die Kreuzzüge anpries, hetzte er nun gegen seinen «wissensstolzen» Glaubensbruder.

Bernhard war Mystiker, er dachte in erster Linie mit seinem Herzen, mit ihm pflegte er Gott zu schauen. Für Abaelard hingegen war die Führerin jeglicher Erkenntnis die Logik. Er war einer der frühen Scholastiker, deren Ziel es war, die Theologie durch die Philosophie logisch zu begründen. Sie in einer argumentativen Hochzeit für immer zu vereinen, indem die Widersprüche ihrer Liebe prüfend aus dem Wege geräumt werden. Sein Vorgänger Anselm von Canterbury hatte bereits versucht, mit Hilfe der Vernunft die Existenz Gottes zu beweisen.

Bernhard von Clairvaux in einem liturgischen Buch, 13. Jahrhundert. bild: wikimedia

Die Scholastiker wollten den Glauben bekräftigen, nicht verleugnen – auch wenn sie dafür das bis dahin gültige Dogma Augustinus' auf den Kopf stellten. Nicht länger sollte das Verständnis der Lohn des Glaubens sein. Sie wollten erkennen, um zu glauben – und nicht mehr glauben, um zu erkennen.

Und wie dies stets der Fall ist, wenn einer über den Rand seiner Zeit hinaus denkt, wurde auch Abaelard zum Helden der Jugend. In grossen Mengen strömte sie in seine Vorlesungen, die er ab 1114 an der Domschule von Notre-Dame in Paris hielt.

Noch vor wenigen Jahren war er der Stadt verwiesen worden. Allzu sehr hatte er seine ehemaligen Magister mit seinen aufrührerischen Thesen erzürnt und ihre Autorität in frechen Disputationen herausgefordert. Jetzt aber hatte er es geschafft, mit Hilfe seines eisernen Ehrgeizes die Hochburg französischen Gelehrtentums zu erklimmen.

Die einzige Kraft, die den nach Ruhm gierenden Willen des fast vierzigjährigen Mannes umzulenken imstande war, war die der Liebe. Eines Morgens nämlich erspähte Abaelard unter den Rängen seiner Zuhörer ein derart bezauberndes Geschöpf, dass ihm für einen Augenblick die Stimme entglitt. Natürlich fand der grosse Philosoph sie sofort wieder, sein Herz aber war für immer verloren.

Es war in Liebe zu Heloise entbrannt. Dieses Mädchen war nicht nur hübsch, sondern ebenso gebildet. Erzogen wurde es in der Klosterschule des Konvents Notre-Dame d’Argenteuil, wo es, ohne dem Orden beizutreten, Latein und die Grundlagen des Hebräischen lernte. Es war das Mündel ihres Onkels, dem Domherrn Fulbert. Er unterstützte Heloises unersättlichen Kenntnisdrang, der sie mit ihren zarten 17 Jahren in die Kreuzgänge der Domschule führte, wo sie bald den Worten Abaelards lauschte.

Und als würde sie sein Herz durch all die weisen Worte hindurch ganz erregt pochen hören, schwang das ihre sogleich mit dem seinen mit.

Abaelardus und Héloïse in einer Handschrift des «Roman de la Rose», 14. Jahrhundert. bild: wikimedia

Abaelard ahnte zu jenem Zeitpunkt noch nichts von Heloises Gefühlen. Doch solcherlei Zusicherungen schien er auch gar nicht nötig zu haben:

Bis anhin hatte Abaelard ziemlich enthaltsam gelebt, wie alle Gelehrten seiner Zeit hatte er die niederen Weihen empfangen. Das verpflichtete ihn zwar nicht zum Zölibat, aber dennoch war es ratsam, sich von Frauen möglichst fernzuhalten. Schliesslich gedachte er, seine Laufbahn bis an den Hof des Königs oder doch zumindest ans bischöfliche Palais fortzusetzen.

Nur seit er Heloise erblickt hatte, galten seine Sehnsüchte einzig und allein ihr. Er brannte darauf, sie alsbald in «Liebesbande zu verstricken». Am Gelingen dieses Ansinnens zweifelte er, wie er abermals betonte, «keinen Augenblick». Das waren die messerscharfen Schlussfolgerungen eines von der Logik ebenso wie vom eigenen Wert durchdrungenen Mannes.

Nun war es selbst für einen hoch gelobten Philosophen wie ihn ungebührlich, sich einfach seiner Schülerin zu nähern. Und so heckte sein kühler Verstand einen geradezu diabolischen Plan aus: Er liess sich bei ihrem Onkel unter dem Vorwand einmieten, er suche ein Zimmer. Neben einem ausgemachten Preis für jenes biete er Heloise zusätzlich kostenfreie Unterrichtsstunden als Hauslehrer an. Weil Fulbert stets bestrebt gewesen sei, seiner Nichte die Wege zum Wissen zu ebnen und sich auch dem Gelde zugeneigt zeigte, erhielt er «ohne Mühe seine Zustimmung» und erreichte das, was er wollte.

Und tatsächlich ahnte der Onkel nichts davon, dass bei Abaelards Zusammenkünften mit Heloise der Küsse bald «mehr waren als der Sprüche». Unter dem Deckmantel der Wissenschaft gaben sich die beiden nun ganz der Liebe hin:

«Nur allzu oft verirrte sich die Hand von den Büchern weg zu ihrem Busen, und eifriger als in den Schriften lasen wir in des anderen Augen; ja, um jeden Verdacht unmöglich zu machen, ging ich einige Male so weit, dass ich sie züchtigte. Aber es war Liebe, die schlug, nicht Grimm; Neigung, nicht Zorn, und diese Züchtigungen waren süsser als aller Balsam der Welt. Was soll ich noch sagen? Die ganze Stufenleiter der Liebe machte unsere Leidenschaft durch, und wo die Liebe eine neue Erzückung erfand, da haben wir sie genossen.»
Pierre Abaelard in seiner «Historia Calamitatum»

Die Begeisterung über die körperlichen Freuden schien beidseitig. Auch Heloise zehrte noch Jahre später von der Erinnerung an jene heissen Stunden:

«Welche Fürstin, welche hohe Dame beneidete mich nicht um meine Freuden, um das Lager meiner Liebe? Jene Wonnen der Liebenden, die wir miteinander genossen, waren mir so süss, dass sie mir weder missfallen noch aus dem Gedächtnis schwinden können. Wohin ich mich wende, immer stehen sie mir vor Augen und wecken sehnsüchtiges Verlangen.»
Aus einem Brief Heloises an Abaelard

Doch weil Abaelards Nächte fortan der Liebe gehörten, in denen er Heloises Körper mit einer unersättlichen Neugier Stück für Stück eroberte, wurden ihm die Tage und mit ihnen die Arbeit gleichgültig. Seine ganze Kraft floss in Heloise, sein ganzes Feuer brannte nur noch, wenn sie bei ihm war. Seine Vorträge erhoben sich nicht mehr über das Gewöhnliche, sie wurden matt und seelenlos und wenn er dichtete, so waren es allein Lieder der Minne und nicht mehr der Weisheit.

Die beiden waren zu «Sklaven der Lust» geworden und wer weiss, wie lange sie ihr heimliches Beisammensein noch genossen hätten, wäre nicht Onkel Fulbert Zeuge geworden von ihrem nächtlichen Treiben.

Abaelard und Heloise werden vom Subdiakon Fulbert erwischt, gemalt von Jean Vignaud, 1819. bild: wikimedia

Augenblicklich verwies Fulbert den berühmten Magister seines Hauses, doch jener hatte bereits etwas hinterlassen, das die begangene Schande für alle offenkundig machen würde.

In Heloises Bauch wuchs die Frucht ihrer verbotenen Liebe heran, von der nun aber Abaelard mit Wut, Entsetzen und Angst vernahm. Ein uneheliches Kind! Ein Zerstörer seiner Träume, seines künftigen Ichs! Auch eine Heirat mit Heloise würde ihm den Weg in die Höfe der Macht für immer versperren. Und so brachte er seine Geliebte heimlich weg aus Paris, zu seiner Schwester in die Bretagne, während er selbst seine Vorlesungen in den Kreuzgängen der Kathedrale von Notre-Dame wieder aufnahm.

Heloises Verschwinden aber blieb nicht unbemerkt. Aus dem bösen Geflüster in den Pariser Gassen mochten bereits lautstarke Anklagen gegen den Magister geworden sein, als seine Geliebte in sicherer Entfernung einen Sohn gebar. Astrabale nannte sie ihn – der nach den Sternen greift.

Bald danach schien sich Abaelard eines Besseren zu besinnen, von Mitleid für den von ihm hintergangenen Fulbert erfüllt, bat er ihn um Vergebung:

«Ich beteuerte ihm, dass niemand über meine Tat befremdet sein könne, der die Macht der Liebe einmal erfahren habe und der wisse, wie schmählich von Anbeginn der Welt an selbst die grössten Männer durch die Weiber zu Fall gebracht worden seien. Um ihn völlig zu besänftigen, bot ich ihm eine Genugtuung an, die alles übertraf, was er hatte erhoffen können: nämlich das verführte Mädchen zu meiner rechtmässigen Frau zu machen, unter der einen Bedingung, dass unsere Ehe geheim bleiben sollte, damit ich an meinem Ruf keine Einbusse erleide.»
Pierre Abaelard in seiner «Historia Calamitatum»

Fulbert ging darauf ein – und besiegelte den Friedenschluss mit dem Manne, der ihm grösstes Ungemach zugefügt hatte, mit einem Kuss.

Nur Heloise widerstrebte die Idee der Ehe, nicht weil sie Abaelard nicht liebte, sondern weil sie ihn auf eine selbstlose Art liebte, die ihr verbot, ihm ein Leben zwischen «Schreibtisch und Kinderwagen» zuzumuten.

Geradezu erbärmlich wäre es für einen Mann wie ihn, «geschaffen für die ganze Welt, sich durch ein Weib unter jenes schimpfliche Joch zu beugen!» Wie alle grossen Philosophen sollte er das Leben in der Welt aufgeben, «um allein in den Armen der Weisheit Ruhe zu finden.» Ansonsten würde nicht nur die Wissenschaft Tränen über seinen Verlust vergiessen, nein, auch der Kirche erwüchse daraus ein unermesslicher Schaden.

Am Ende aber nützte Heloises beherztes Aufbegehren nichts, die zwei Männer hatten sich bereits geeinigt und so gab sie bald darauf ihrem Geliebten im Verborgenen das Ja-Wort. Und vielleicht hätten sich die beiden auch auf ewig in geheimen Ecken getroffen, von der Glut der Begierde zehrend, die eben durch die Verstohlenheit ihrer Liebe noch immer nicht erloschen wäre.

Doch unglücklicherweise begab es sich so, dass Onkel Fulbert das Geheimnis ausplauderte. Im Dunkeln blieb allein die Frage, ob es ihm nach reichlichem Weingenuss unbedacht von den redseligen Lippen rutschte oder ob er es willentlich preisgab, um sich an Abaelard zu rächen.

Für Abaelard natürlich war es Letzteres; der Kuss, der ihm der Onkel einst auf ihren Frieden gegeben, war der des Judas! Nun wusste die ganze Stadt über seine Ehe Bescheid. Und nur wenn er den einzigen Beweis dafür verschwinden liesse, würde er seine Ehre noch retten können.

Also brachte er Heloise in das Nonnenkloster Argenteuil, in dem sie erzogen worden war. Ihm zuliebe liess sie sich die Gewandung anlegen – ohne aber das Gelübde abzulegen. Fortan würde sie ein Gott geweihtes Leben führen müssen, getrennt von ihrem kleinen Astrabale.

Heloise auf einem Stich aus dem 19. Jahrhundert.

Und selbst dieser Schlag vermochte die Liebesglut nicht auszutreten, die die beiden aufs Innigste verband. Keine Mauern waren hoch genug, kein Ort zu heilig, als dass sie jene sich immer wieder aufs Neue auftürmende, überschäumende Welle der Lust hätten aufhalten können.

«Ihr wisst wohl noch, wie weit ich mich in meiner unbändigen Leidenschaft mit Euch vergass, und zwar in einem Winkel des Reflektoriums selber, da wir sonst keinen Ort hatten, wohin wir uns hätten zurückziehen können. Ihr wisst, dass wir damals durch unser Tun den ehrwürdigen, der heiligen Jungfrau geweihten Ort geschändet haben. Dies allein hätte schon eine viel schwerere Strafe verdient, abgesehen von allen unseren früheren Sünden. Soll ich von dem unkeuschen Leben, das wir führten und von dem Schmutz reden, mit welchem wir uns ohne Scham befleckten, ehe wir den Ehebund geschlossen hatten?»
Heloise in einem Brief an Abaelard

Nur der Onkel schaffte es mit seinem schonungslosen Racheakt, diesem Treiben ein Ende zu setzen. Zur Nonne hatte Abaelard seine Nichte gemacht und sie so für immer der Welt und ihm entrissen! Er verdiente es nicht besser.

Fulbert und seine Verwandten drangen mit Hilfe eines bestochenen Dieners ins Haus des Philosophen ein und schnitten ihm, während er schlief, «vom Leib die Organe ab, mit denen er sie gekränkt hatte.»

Die Mitleidsbesuche, die auf seine Entmannung folgten, ertrug er noch weniger als seine Wunde. Mehr als seine Verstümmelung spürte er nämlich die Schande, das Lachen, das nach dem Zuziehen seiner Haustür erschallte.

«Bei 5. Mos., Kap. 23 heisst es: ‹Es soll kein Zerstossener noch Verschnittener in die Gemeinde des Herrn kommen.› In dieser verzweifelten Lage trieb mich weniger ein aufrichtiges religiöses Bedürfnis – ich gestehe es offen – als die Verlegenheit und die Scham in den bergenden Schutz der Klostermauern.»
Pierre Abaelard in seiner «Historia Calamitatum»

Doch in der Abtei von St.Denis blieb er nicht lange, er wechselte die Orden und die Mauern, doch wohin er sich auch wandte, er geriet in Streit mit den dort lebenden Mönchen. Seine Mannheit war ihm genommen worden, doch seine hohen Gedanken von sich und seinen gewagten Theorien waren geblieben. Bis 1121 am Konzil von Soissons sein Werk «Theologica» als Ketzerwerk gebrandmarkt und dem Feuer überantwortet wurde.

Heloise nimmt den Schleier, Stich von Jean-Michel Moreau le Jeune (1741–1814). bild: via abaelard.de

Auf Geheiss Abaelards hatte Heloise inzwischen auch den Schleier genommen und ihr Gelübde auf Armut, Keuschheit und Gehorsam gesprochen. Und selbst wenn sie bald zur Priorin ihres Konvents aufsteigen wird, so war ihr Dasein doch niemals vom Wunsch der frommen Hingabe an den Herrn bestimmt. Ihr Herz wird auf ewig von Abaelard erfüllt sein, da war kein Platz mehr, nicht einmal für Gott. Sie nährte es einzig mit dem, was ihr die Vergangenheit übrig gelassen hatte, jene Brocken gelebten Lebens, die ihr noch immer in feurigen Farben vor Augen standen und denen sie nicht erlaubte, jemals zu verblassen.

«Als ich des Fleisches Lust in deinen Armen genoss, da konnte man zweifeln, ob Liebe oder Lüsternheit mich dazu treibe. Jetzt aber zeigt ja der Ausgang, was für Gefühle mich einstens geleitet haben. Auf alle Freuden habe ich verzichtet, um deinem Willen zu leben. Nichts habe ich mir zurückbehalten, als den Wunsch, ganz und gar nur dir zu gehören. Du bist es, dem ich gefallen will, nicht Gott. Dein Befehl hat mich zur Nonne gemacht, nicht die Liebe zu Gott. Ach sieh mein Unglück an, führe ich nicht das jammerwürdigste Leben, wenn das alles, was ich leide, umsonst ist und kein Dank in der Zukunft mich erwartet?»
Heloise in einem Brief an Abaelard

Abaelard aber wollte von Heloises «sich ewig wiederholender Klage», von ihrer «Verbitterung» nichts mehr hören. Wenn sie ihm wirklich in allem gefallen wolle, so solle sie aufhören, ihn damit zu peinigen. Statt Gott zu beschuldigen, sollte sie seinen Namen preisen. Denn ein gemeinsames Zusammensein im Diesseits war ihnen nicht mehr vergönnt, einzig auf eines in himmlischer Seligkeit konnten sie noch hoffen:

Mit 63 Jahren schleppte der einst so geistesmächtige Philosoph seinen kranken, von einem Hautausschlag enstellten Leib an die Saône, an deren linkes Ufer sich ganz in der Nähe der Stadt Chalon das Kloster Saint-Marcel schmiegte. Hier, mitten im schönen Burgunderland, brach er tot über seinen Büchern zusammen.

Heloise liess seinen Leichnam ins Paraklet-Kloster überführen, wo auch sie 22 Jahre später begraben wurde. Und wo auch immer ihre Seelen hingeflogen sein mögen, ihre Körper waren nun für immer in einem gemeinsamen Grab vereint.

Während der französischen Revolution wurde das Paraklet-Kloster aufgehoben, die sterblichen Überreste des Paares wurden nach Paris verbracht, wo sie seit 1817 auf dem Friedhof Père Lachaise ruhen. bild: wikimedia

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