Switzerland
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22 Velo-Anlässe, die dich inspirieren könnten, in die Pedale zu treten

Beim «Grand Raid» in den Walliser Bergen geht's auch mal durch ein Bachbett.

Beim «Grand Raid» in den Walliser Bergen geht's auch mal durch ein Bachbett.Bild: imago

Der Sommer naht mit grossen Schritten – und damit auch die schönste Zeit für Velofahrer. Endlich in kurzen Hosen fahren, endlich den Regenschutz zu Hause lassen können, endlich noch lange nach Feierabend Tageslicht. Suchst du noch nach Zielen für diese Saison? Vielleicht liefern dir diese Anlässe eine Inspiration.

Quer durch die Schweiz gibt es eine Vielzahl von Velo-Anlässen jeder Art. Mal ist es ein traditionsreiches Rennen, dann wiederum ein noch junger Event ohne Rangliste, bei dem der gemütliche Teil genauso wichtig ist.

Hier stellen wir dir Anlässe vor, die im Sommer und Herbst 2022 in der Schweiz stattfinden. Der Clou: Auf vielen Websites der Veranstalter findet man die Strecken zum Download für das eigene Navigationsgerät. So muss man nicht zwingend am Rennen teilnehmen, wenn es einem weniger behagt, eine Startnummer zu tragen, sondern kann die schönen Strecken für sich fahren. So ist diese Auflistung auch zu sehen: Als Inspiration, was man vielleicht einmal machen könnte, statt der üblichen Hausrunde oder einer Fahrt über einen Pass.

Die Grossen

Ein Dutzend Veranstaltungen firmieren unter dem gemeinsamen Dach der «Swiss Cycling Top Tour». Dazu gehören etwa die Säntis Classic am 19. Juni oder das berühmte Alpenbrevet über mythische Pässe im Herzen der Alpen am 3. September. Diese Rennen richten sich primär an Rennvelofahrer.

Schöne Bilder unserer Alpenpässe

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Bevor der Winter endgültig kommt: Schöne Sommer-Bilder unserer Alpenpässe

quelle: ralf meile

Die Anlässe haben oft unterschiedliche Streckenlängen im Angebot, so dass für jeden das richtige dabei ist. Manchmal geht es um die Zeit und es gibt eine Rangliste, bei Anlässen wie der Bodensee-Rundfahrt am 10. September wird ohne Zeitmessung gefahren.

Die Newcomer

Waren Gravelbikes vor einigen Jahren noch neu und als unnötiger Trend aus den USA verschrien, hat sich diese Velo-Gattung längst ihren Platz erobert. Viele Rennvelofahrerinnen und -fahrer haben sich ins Gravelbike verliebt, weil es, vor allem dank breiteren Pneus, auch das Fahren abseits asphaltierter Strassen ermöglicht – und damit abseits des Verkehrs. Der Vorteil gegenüber einem Mountainbike: Es rollt schöner, so dass es trotzdem noch flott dahingehen kann.

In Andermatt findet am 2. Juli erstmals das Octopus Gravel statt. Dabei werden rund um den Ort sieben Sackgassen befahren, ähnlich den Armen eines Kraken. Jeder kann wählen, welche Segmente er fährt, nur auf einigen gibt es eine Zeitmessung. Die Veranstalter werben damit, dass bloss fünf Prozent der Gesamtstrecke auf Hauptstrassen sind, der grosse Rest ist #gravelheaven.

Ein «Ride» und ein «Race» bietet die Crew an, die in Bern einst den Radquer-Weltcup ins Freibad Weyermannshaus geholt hat. Beim Ride geht es um das gemeinschaftliche Erlebnis, beim Race um den Sieg. Das Gravel Ride & Race ist am 22. Oktober.

Die Kreativen

Das Nonstop-Rennen «Dead Ends & Cake» mit Start und Ziel in St.Gallen ging im letzten Jahr erstmals über die Bühne, nun findet es vom 24. bis 26. Juni erneut statt. Es geht um die Befahrung von Sackgassen, wo zuhinterst als Belohnung ein Stück Kuchen wartet – daher der Name des Events. Wie man die einzelnen Checkpoints verbindet, ist jedem selber überlassen. Wenn's mal nicht mehr fahrbar ist, heisst das Motto «Bike and Hike».

Die freie Routenwahl ist auch das Markenzeichen der «Swiss Ultracycling Challenge» (SUCH), die vom 7. bis 11. September ausgetragen wird. Jeder wählt sich seinen Startort selber aus, zur Auswahl steht jeder Bahnhof in der Schweiz. Danach gilt es, sämtliche 26 Kantone zu befahren sowie einige Checkpoints zu besuchen. Ziel ist Bern.

Die Autofreien

Egal ob Rennvelo, Gravelbike oder Mountainbike – in einem Punkt sind sich wohl alle Velofahrer einig: Je weniger Verkehr es hat, umso schöner ist das Erlebnis. Gar keinen motorisierten Verkehr hat es bei den «Slow Ups», die übers Jahr verteilt in der ganzen Schweiz organisiert werden. Am 3. Juli kann man zum Beispiel ungestört um den schönen Lac de Joux fahren und am 4. September ist der Albulapass für Autos und Töffs gesperrt.

Die Traditionsreichen

Das Bergrennen von Chur die 365 Kurven hinauf nach Arosa wurde schon von Beat Breu gewonnen. In diesem Jahr findet Chur–Arosa am 11. September zum 40. Mal statt.

Einen Monat vorher ist die höchstgelegene ganzjährig bewohnte Siedlung der Schweiz das Ziel. Das 39. Bergrennen Andeer–Juf steigt am 14. August. Die ruhige, trotzdem bestens ausgebaute Strecke ist immer eine Empfehlung wert, genauso wie die Abstecher zum Lago di Lei und ins Val Madris.

Sogar schon zum 67. Mal findet Silenen–Bristen im Urnerland statt. Am 26. Mai geht es um die Nachfolge von Siegern wie den früheren Profis Kurt Betschart, Markus und Beat Zberg.

Die Steilen

Am 15. Oktober findet schon zum neunten Mal der «Hilliminator» statt, ein Rennen auf einer kurzen, aber schmerzhaften Rampe in Luzern. Die Wahl des Velos steht jedem frei. Nach einer Qualifikation, in der jeder für sich die Strecke mit 60 Höhenmetern auf nur 300 Metern gefahren ist, folgen Finalläufe wie beim Skicross: Die Schnellsten kommen weiter, bis am Ende die Königin und der König von der Hochbühlstrasse gefunden sind.

Warmfahren dafür könnte man sich am 28. August in Zürich. Das ist gewiss keine alpine Stadt, doch die Strecke der «Buchenegg Ostwand» hat es in sich: Auf weniger als 3 Kilometern sind 237 Höhenmeter zu bewältigen.

Die Ausdauernden

Die «Tortour» ist ein Nonstop-Rennen rund um die Schweiz, bei dem auf der längsten Strecke rund 1000 Kilometer zurückgelegt werden müssen. In diesem Jahr findet sie am Wochenende vom 18. bis 20. August statt – und kann nicht nur solo, sondern auch im Team und auf kürzeren Distanzen absolviert werden.

Olympiasieger Fabian Cancellara organisiert unter dem Label «Chasing Cancellara» Rennen für alle, die zünftig Power in den Wädli haben. Am 1. Juli geht es über 4500 Höhenmeter von Bern nach Andermatt, am 26. August über sogar 6500 Höhenmeter von Zürich nach Zermatt. Dagegen ist der Gran Fondo Vaduz am 25. September mit bloss 1800 Höhenmetern ein Schnäppchen.

Die Fast-Profis

Wenn vom 12. bis 19. Juni die Tour de Suisse durchs Land rollt, können auch Hobbyfahrer mitmachen. Nicht im Rennen der Profis, aber auf der gleichen Strecke und jeweils vor ihnen, können sie sich mit dem nötigen Kleingeld einmal im Leben wie Marc Hirschi, Stefan Küng und Co. fühlen.

Die Hipster

Keine Gangschaltung, keine Bremsen und ein kurzer, aber knackiger Rundkurs – das sind die Zutaten des «Zuricrit». Beim Kriterium, das auf Fixies ausgetragen wird, kommen am 20. August sogar Profis dieser Disziplin nach Zürich.

Die Rundendreher

Apropos Bahnvelo, wie es beim Zuricrit zum Einsatz kommt. Auf der legendären Offenen Rennbahn in Zürich-Oerlikon finden jeweils am Montagabend Kurse statt, um das Fahren auf der Bahn zu erlernen. Am 17. Mai startet zudem die Rennsaison, jeden Dienstagabend finden Läufe statt – sofern es das Wetter zulässt.

Auf der Offenen Rennbahn finden auch Steher-Rennen statt, bei denen Velofahrer im Windschatten von Töffs über die Bahn brettern.

Auf der Offenen Rennbahn finden auch Steher-Rennen statt, bei denen Velofahrer im Windschatten von Töffs über die Bahn brettern.Bild: KEYSTONE

Auch im Velodrome in Grenchen, wo schon Stundenweltrekorde aufgestellt wurden, können Interessierte selber Runden drehen.

Die Strassenfernen

Im Wallis wartet ein höchst anspruchsvolles Bike-Rennen auf die Teilnehmer. Beim «Grand Raid» müssen zwischen Verbier und Grimentz 125 Kilometer und über 5000 Höhenmeter bewältigt werden. Die 32. Ausgabe findet am 20. August statt.

Am 24./25. September kommen beim «Iron Bike» in und um Einsiedeln auch jene auf ihre Kosten, deren Beine nicht nur aus Eisen sind, sondern auch ein wenig Pudding enthalten. Die kürzeste Strecke ist mit rund 30 Kilometer und etwa 1300 Höhenmetern auch für sie machbar.

Bereits ausgebucht ist für dieses Jahr das «Hope-1000». Von Romanshorn am Bodensee geht es ab dem 18. Juni zur Statue von «Queen»-Sänger Freddie Mercury in Montreux am Genfersee – nicht direkt, sondern meist abseits von Strassen durchs Gelände, 1000 Kilometer lang.

Die Kraftprobe

Der Schweizer Verband Swiss Cycling hält stets nach Talenten Ausschau und dank dem «Engine Check» kannst du herausfinden, ob du vielleicht eines bist. Das Prinzip: An vielen Orten in der Schweiz wurden Teststrecken definiert, die man selber abfährt und dabei die Zeit stoppt. Anschliessend gibt man diese und Werte wie das Gewicht, das Alter oder das Wetter während der Fahrt ein, so dass ein Tool einen Wert ermittelt. Aufgrund dieses Werts können Verbandstrainer dann mögliche Talente finden und kontaktieren.

Die grosse Übersicht

Unsere Auswahl erhebt keineswegs den Anspruch, vollständig zu sein. Noch viel mehr Events aller Kategorien findest du im Veranstaltungskalender von Swiss Cycling.

PS: Kommentarspalte

Danke, dass ihr keinen weiteren Krieg zwischen Velo-, Töff- und Cabrioletfahrern anzettelt. Das bringt hier ebenso wenig wie auf der Strasse.