Switzerland
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1500 Produkte fehlen in der Schweiz: So kämpft die Ikea-Chefin gegen Lieferengpässe

Das Corona-Jahr war für Ikea Schweiz das beste Geschäftsjahr des vergangenen Jahrzehnts. «Fantastisch, aber auch wahnsinnig nervenaufreibend und stressig», sagt Jessica Anderen (52) zu Blick. Nicht nur die Ikea-Schweiz-Chefin, auch ihre Mitarbeitenden kamen psychisch und physisch an ihre Grenzen. Sie bekommen nun als Dank für ihren Einsatz unter anderem einen Bonus von mindestens 4000 Franken (siehe Box).

Aber nicht alles läuft rund beim Möbelriesen: Im letzten Jahr mussten Kundinnen und Kunden im Schnitt 30 Tage auf Online-Bestellungen warten. Heute ist die Wartezeit zwar deutlich kürzer. Anderen: «Die Lieferzeiten stabilisierten sich dank unternehmerischem Geschick und dem Einsatz unserer Mitarbeitenden bei drei bis vier Tagen.»

Globale Lieferketten unter massivem Druck

Jedoch sei Ikea mit neuen Problemen konfrontiert. «Wenn Kunden wieder länger warten müssen, dann liegt das an den anhaltenden Einschränkungen bei der weltweiten Versorgung», so die Ikea-Managerin. «Die globalen Lieferketten stehen unter enormem Druck», erklärt sie. «Das hat Auswirkungen auf uns in der Schweiz.»

Etwa ein Drittel aller Ikea-Produkte, die in der Schweiz verkauft werden, stammt nicht aus Europa. Die Lieferungen sind von Kapazitätsengpässen etwa in Asien betroffen. «Wir spüren die hohe Nachfrage, den Druck aufgrund geschlossener Häfen. Ikea hat erstmals in der Geschichte begonnen, zusätzlich eigene Containerschiffe zu chartern, um die Versorgung sicherzustellen», weiss Anderen.

1500 Produkte aus dem Ikea-Sortiment genommen

Um Kunden nicht wegen überlanger Lieferzeiten zu frustrieren oder gar zu verlieren, reduziert das Möbelhaus das Angebot. «Weil gewisse Komponenten, etwa für Küchen, fehlen, haben wir Produkte aus dem Verkauf genommen», bestätigt Anderen. Betroffen sind 1500 von insgesamt 10'000 Artikeln, die nun im Angebot fehlen. «Nur das, was die Kunden online oder im Laden sehen, können sie auch kaufen.»

Anderen legt den Fokus daher auf die Verfügbarkeit der umsatzstärksten Produkte. Das heisst auch: Möbelstücke oder Teile wie Schubladen sind nicht mehr in allen Farben erhältlich. «Dass wir 70 Prozent unserer Produkte aus Europa beziehen, ist in der gegenwärtigen Situation von Vorteil.»

Steigende Konsumpreise folgen Frachtkostenexplosion

Kommt dennoch rechtzeitig genügend Nachschub in die Schweiz? Das wichtige Weihnachtsgeschäft steht bevor. Andere Detailhändler sorgen sich bereits, dass Konsumenten bei gewissen Produkten aus China leer ausgehen. «Eine exakte Prognose ist extrem schwierig. Die Lage ändert sich von Tag zu Tag. Wir haben unsere Weihnachtsrange schon vor langer Zeit bestellt, sie ist jetzt in unseren Läden erhältlich», sagt Anderen.

Wegen der Versorgungsengpässe und explodierender Frachtkosten braut sich auch was an der Preisfront zusammen. «Es kann sein, dass wir bei vereinzelten Produkten die Preise erhöhen müssen», kündigt Anderen gegenüber Blick an. Sie weiss: «Wir haben zahlreiche Kundinnen und Kunden mit knappem Budget.»

Ikea forciert Kreislaufwirtschaft und Wiederverkauf

Darum setzt Ikea Schweiz nun auf die Kreislaufwirtschaft, forciert den Rück- und Wiederverkauf gebrauchter Ikea-Möbel. Zum Beispiel am Black Friday, der bei Ikea «Buyback Friday» heisst.

Ikea-Family-Mitglieder erhalten für ihre gebrauchten Ikea-Möbel – etwa das alte, aber gut erhaltene Billy-Regal – je nach Zustand bis zu 50 Prozent des Neupreises zurück. Dafür gibt es dann Gutscheine. Aus dem Sortiment verschwinden erste Wegwerfprodukte, zum Beispiel die Einwegbatterie Alkalisk.

14. Monatslohn für alle Ikea-Angestellten

Kaum je verbrachten die Menschen so viel Zeit zu Hause wie im Jahr 2020 – und möbelten ihre Innenausstattung auf. Von diesen Investitionen in die eigenen vier Wände profitierte Ikea Schweiz. Der Schweizer Ableger des schwedischen Möbelhauses fuhr im vergangenen Geschäftsjahr (per Ende August 2021) ein Rekordergebnis ein. «Wir haben ein fantastisches Resultat erzielt», sagt Ikea-Schweiz-Chefin Jessica Anderen (52) zu Blick. Der Umsatz beträgt 1,23 Milliarden Franken. Ein Plus von 7 Prozent im Vorjahresvergleich. Und das trotz sechswöchiger Corona-Schliessung Anfang 2021. Stark zugelegt hat das Onlinegeschäft: plus 23,3 Prozent! Davon profitieren alle 3000 Beschäftigten. Sie erhalten als Dank einen 14. Monatslohn ausbezahlt, sprich mindestens 4000 Franken. Anderen verspricht: «Oben drauf gibts für alle noch einen zusätzlichen Ferientag.»

Kaum je verbrachten die Menschen so viel Zeit zu Hause wie im Jahr 2020 – und möbelten ihre Innenausstattung auf. Von diesen Investitionen in die eigenen vier Wände profitierte Ikea Schweiz. Der Schweizer Ableger des schwedischen Möbelhauses fuhr im vergangenen Geschäftsjahr (per Ende August 2021) ein Rekordergebnis ein. «Wir haben ein fantastisches Resultat erzielt», sagt Ikea-Schweiz-Chefin Jessica Anderen (52) zu Blick. Der Umsatz beträgt 1,23 Milliarden Franken. Ein Plus von 7 Prozent im Vorjahresvergleich. Und das trotz sechswöchiger Corona-Schliessung Anfang 2021. Stark zugelegt hat das Onlinegeschäft: plus 23,3 Prozent! Davon profitieren alle 3000 Beschäftigten. Sie erhalten als Dank einen 14. Monatslohn ausbezahlt, sprich mindestens 4000 Franken. Anderen verspricht: «Oben drauf gibts für alle noch einen zusätzlichen Ferientag.»