Switzerland

0 Fans in Bern, 11'500 in St. Gallen: So trifft Corona den Sport

Eine Hiobs-Botschaft jagt die letzten Tage die andere. Corona ist längst im Schweizer Profi-Fussball und dem Spitzen-Eishockey angekommen.

Der irre Höhepunkt gestern Mittag. Das Challenge-League-Spiel Aarau gegen Xamax wird abgesagt. Die Neuenburger melden einen Corona-Fall. Der Kantonsärztliche Dienst des Kantons Neuenburg habe die gesamte erste Mannschaft bis am 28. Oktober 2020 in die Quarantäne geschickt. Zwei Stunden später ist alles anders! Das Spiel im Brügglifeld findet doch statt.

Der FCA schreibt: «Nun hat sich die Information über den positiven Fall (...) als falsch herausgestellt, was auf einen Übermittlungsfehler des Labors zurückzuführen war. Es gibt somit keine Quarantäne bei den Neuenburgern, sodass sie zum Spiel antreten können. Aufgrund der Kurzfristigkeit wurde die Anspielzeit auf 19 Uhr verschoben.»

Am Donnerstag sorgt einmal mehr der FC Sion für fette Schlagzeilen: Der Walliser Kantonsarzt schickt 48 Angestellte des Constantin-Klubs in Quarantäne. Die Spiele gegen Servette (für heute geplant) und Luzern (nächste Woche) werden verschoben. 10 Spieler, bekannt sind die Namen von Dennis Iapichino und Ivan Martic, sind positiv getestet worden. Auch Trainer Fabio Grosso, der italienische Weltmeister von 2006, ist in Einzel-Isolation. Besonders schlimm erwischt hat es die Präsidenten-Familie: Christian Constantins Vater Martial (89) ist erkrankt, ebenso sein Sohn und Sportchef Barthélémy und eine der beiden Töchter. Constantin jun. konnte inzwischen die Quarantäne verlassen. Aber CC leidet unter einer Bronchitis, schluckt Antibiotika. Und glaubt, dass die Saison nicht mehr regulär fortgeführt werden könne. Zur Erinnerung: Bis gestern sind erst 4 von 36 Runden gespielt. Und nicht mal die vollständig.

In Quarantäne ist auch der FC Basel. Die Namen von Samuele Campo, Raoul Petretta, Arthur Cabral, Eray Cömert und Eric Ramires (nicht mehr beim FCB) wurden öffentlich bestätigt. Um welchen Spieler es sich aktuell handelt, ist nicht bekannt.

Widmer ohne schwangere Frau

Basels Nati-Verteidiger Silvan Widmer lebt zurzeit getrennt von seiner Familie. Widmer sagt auf der Klub-Homepage: «Ich verbringe meine Quarantäne in unserer Zweitwohnung in Basel – ganz in der Nähe des Stadions. Meine Frau ist schwanger und gehört daher zur Risikogruppe und ich wollte sie auf keinen Fall gefährden. Daher kam es für mich gar nicht in Frage nach Hause zu gehen, sondern ich habe mich direkt hier in Basel in Selbstisolation begeben.»

Am Donnerstag gibt der Schweizerische Fussball-Verband bekannt, dass alle Länderspiele der U15- bis U20-Nationalmannschaften der Frauen und Männer im Jahr 2020 abgesagt sind.

Swiss Ice Hockey streicht wegen der Ansteckungsgefahr alle November-Länderspiele!

Lupfts auch Nati-Termine?

Sind auch die Fussball-Länderspiele des Teams von Vladimir Petkovic nächsten Monat gegen Belgien, Spanien und die Ukraine in Gefahr? Hat der SFV von der Uefa schon diesbezügliche Signale erhalten? «Nein», heisst es auf Anfrage von SonntagsBlick. Und «Ja», man gehe davon aus, dass die Spiele stattfinden werden.

Beim EHC Visp werden zwei Spieler positiv auf Covid-19 getestet. Die gesamte Mannschaft wird unverzüglich in eine 10-tägige Quarantäne gesteckt. Die Meisterschaftsspiele gegen den HC Ajoie (28. Oktober), die EVZ Academy (30. Oktober) und den HC Sierre (1. November) sowie die heutige Partie des Swiss Ice Hockey Cup (1/8-Final gegen Fribourg-Gottéron) müssen verschoben werden.

Auch Challenge-League-Klub FC Winterthur muss am Freitag die Segel streichen. Ein Spieler ist positiv, der Kantonsarzt stellt sechs weitere Teamkollegen unter Quarantäne. Die Meisterschaftsspiele gegen Chiasso (gestern) und Xamax werden verschoben.

0 Fans in Bern, 11'500 in St. Gallen

In Bern herrscht offenbar Corona-Panik: Erst verordnet Gesundheits-Direktor Pierre Alain Schnegg, dass YB, der SCB, der FC Thun, die SCL Tigers, der EHC Biel und der SC Langenthal nur noch vor höchstens 1000 Fans spielen dürfen. Am Freitagabend wird die Massnahme gar noch dramatisch verschärft: Im Kanton Bern gibt’s nur noch Geisterspiele! Da wundert sich am Freitag bei einer Medienkonferenz in Zürich nicht nur Sicherheits-Direktor Mario Fehr, dass gleichzeitig in Bern ein Caravan-Salon stattfindet – mit täglich bis zu 7000 (!) Besuchern. Und dies auf dem BernExpo-Areal, das im Sandwich zwischen Wankdorf-Stadion und der Postfinance-Arena liegt. Gestern kommt auch für die Wohnwagen-Fans in Bern das Aus!

In St. Gallen dürf(t)en am nächsten Sonntag beim Spitzenspiel gegen Basel 11 500 Zuschauer ins Stadion. St. Gallens Regierungs-Präsident Bruno Damann sagt: «Das Schutzkonzept ist so gut, dass wir bis jetzt keinen Fall kennen, bei dem sich ein Fan an einem Match angesteckt hat. Das zeigen uns die Daten aus dem Contact Tracing. Wir erlauben deshalb Grossveranstaltungen weiterhin. Aber wenn wir merken, dass sich die Leute am Match oder auf dem Weg zum Match anstecken, dann können wir die Bewilligung auch wieder entziehen.» Auch die SC Rapperswil-Jona Lakers profitieren (noch) von den lockeren kantonalen Vorschriften. Vorgestern sehen 2562 Fans das 3:2 n.V. gegen die Tigers.

Vom St. Galler Sicherheitskonzept hat sich Bundesrat und Gesundheits-Minister Alain Berset bei einem Stadionbesuch im kybunpark überzeugen lassen. FCSG-Trainer Peter Zeidler: «Es war uns eine Ehre, dass Alain Berset bei uns war. Einer seiner ersten Sätze war: Es gibt von dieser Corona-Krise einen Anfang, aber auch ein Ende. Das hat uns sehr zuversichtlich zurückgelassen.»

0 Fans bei YB-Heimspielen, 11500 Zuschauer in St. Gallen?! 0 Fans beim SCB, 7319 beim ZSC. Ist das keine Wettbewerbsverzerrung?

Am Mittwoch tagt der Bundesrat

Erst am nächsten Mittwoch will sich der Bundesrat wieder äussern. Führt er wieder Geisterspiele für die ganze Schweiz ein, wie während des Lockdowns? Beendet er den Flickenteppich, beim dem jeder Kanton selbst bestimmen kann, was Sache ist?

FCB-Fan Marcel Tanner, hauptberuflich Epidemiolog und Mitglied der wissenschaftlichen Corona-Task-Force, spricht gestern im BLICK Klartext: «Es geht nicht darum, ob Marcel Tanner zum FCB will oder nicht. Wir können uns derzeit keine Grossanlässe leisten.»

Gibt’s in naher Zukunft oder gar bis nächsten Frühling nur noch Geisterspiele? Das würde bedeuten, dass die Schutzkonzepte – der SCB investierte laut eigenen Angaben über eine halbe Million – zu sündhaft teuren Papiertigern verkommen.

Corona-Opfer im Fussball und Hockey

Fussball

FC Basel: Samuele Campo, Raoul Petretta, Arthur Cabral, Eray Cömert und Eric Ramires (nicht mehr beim FCB).

FC Vaduz: Justin Ospelt.

Servette: Alban Ajdini, Anthony Sauthier, Jérémy Frick.

FCZ: 6 Spieler (einer bekannt: Mirlind Kryeziu), 3 Staff-Mitglieder und Präsident Ancillo Canepa.

FC Luzern: zwei Spieler (darunter Darian Males, neu bei Genoa).

FC St. Gallen: Boris Babic.

Lausanne Sports: keine Fälle.

YB: Roger Assalé (nicht mehr im Klub), David von Ballmoos, Ulisses Garcia, Ali Camara, zwei Mitglieder des Trainer-Staffs.

Lugano: 1 Spieler (stellte sich als falscher Alarm heraus), Präsident Angelo Renzetti.

Sion: Aktuell 48 (!) Personen in Quarantäne, 10 Spieler sind positiv. Sportchef Barth Constantin wieder aus Quarantäne raus.

Nati: Xherdan Shaqiri, Edimilson Fernandes, Renato Steffen, Kevin Mbabu, Eray Cömert und Goalie-Trainer Patrick Foletti.

Eishockey

EHC Biel: Jan Neuenschwander, Damien Brunner. Tino Kessler. Dazu Trainer Antti Tormänen. Insgesamt 15 Spieler haben Anti-Körper entwickelt.

HC Davos: Sportchef Raeto Raffainer.

ZSC: 1 Spieler.

HC Fribourg-Gottéron: 4 Spieler.

HC Lugano: Alessio Bertaggia, Tim Traber und Sandro Zurkirchen.

Refs: 3 Schiedsrichter positiv.

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Barcelona hat eine grundsätzliche Einigung mit den Spielern über eine Senkung der Gehälter erzielt. Der FC Barcelona hat eine grundsätzliche Einigung mit Spielern und Trainern über eine gehaltsminderung angekündigt. Mit dieser Maßnahme können die blaugränen in dieser Saison 122 Millionen Euro einsparen. Auch die Spieler gingen auf die Verzögerung der Zahlung von Boni für diese Saison in Höhe von rund 50 Millionen Euro. Die Summe wird innerhalb von drei Jahren ausgezahlt